Anlässlich der Fußball-WM: „Universum“ dokumentiert „Mexikos magische Tierwanderungen“

Wien (OTS) – Ganz gleich ob federleichter Monarchfalter oder
tonnenschwerer
Grauwal, ob massiger See-Elefant oder graziler Flamingo – sie und
viele, viele weitere Arten legen Tausende Kilometer zurück, um ein
ganz besonderes Ziel zu erreichen: Mexiko. Der Staat südlich der USA
zählt zu den wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots der Erde und ist
eines der artenreichsten Länder der Welt. Hier findet fast jede
Spezies einen geeigneten Platz zum Gedeihen, für den es sich lohnt,
große Wanderungen auf sich zu nehmen. Die meisten Tierarten kommen
hierher, um der Kälte zu entfliehen, sich fortzupflanzen oder sich
satt zu fressen und Energie zu tanken. Blüten-Fledermäuse landen in
der Kakteenwüste im Norden Mexikos, um hier ihre Jungen großzuziehen.
Millionen Schmetterlinge überwintern in den Bergwäldern Michoacáns,
Lederschildkröten legen ihre Eier an der Küste von Oaxaca im Süden
des Landes ab und Grauwale schützen ihre Jungen in der San-Ignacio-
Lagune im Westen. Zu jeder Jahreszeit und aus allen Windrichtungen
herrscht in Mexiko ein reges Kommen und Gehen – egal, ob zu Wasser,
zu Land oder in der Luft.

Die „Universum“-Dokumentation „Mexikos magische Tierwanderungen“
von Emiliano Ruprah (ORF-Bearbeitung: Doris Hochmayr) zeigt
anlässlich der Fußball-WM in Amerika am Dienstag, dem 30. Juni, um
20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON eindrucksvoll die überbordende
Lebendigkeit und Vielfalt eines Landes, das so gut wie alle
unterschiedlichen Lebensräume – vom Gebirge über Dschungel, Wüste und
Grasland bis zum Küstengebiet – innerhalb seiner Staatsgrenzen
vereint. Grenzen, die für die Tierwelt nicht von Belang sind. Sie
wandern seit Jahrtausenden auf denselben Strecken zu ihren
angestammten Plätzen. Wenig verwunderlich also, dass in Mexiko nicht
nur eine der größten Artenvielfalten der Welt anzutreffen ist,
sondern auch besonders viele Tiere große Wanderungen auf sich nehmen,
um hier einen Teil des Jahres zu verbringen.

See-Elefanten ziehen im Dezember aus dem 5.000 Kilometer
entfernten Alaska zum San-Benito-Archipel am westlichsten Ende
Mexikos. Sie kommen, um der Kälte zu entfliehen und sich zu paaren.
Für die Männchen ist dies eine besonders energieraubende Zeit. Wer
einen Harem für sich erobern konnte, lässt ihn wochenlang nicht mehr
aus den Augen, denn ständig kommen neue Rivalen an. Männchen mit
Harem verzichten deshalb während der gesamten Paarungszeit auf das
Fressen, um nicht von jüngeren Anwärtern überrumpelt zu werden.

Eine der faszinierendsten Wanderungen nach Mexiko ist wohl jene
der Millionen Monarchfalter, die sich Jahr für Jahr auf wenigen
Hektar Wald im Bergland von Michoacán einfinden. Die Ankunft der
Schmetterlinge wird von der Bevölkerung als „Tag der Toten“ gefeiert,
da die orange-schwarzen Falter als Symbol für die Seelen der
Verstorbenen gesehen werden. Diese Schmetterlingsart bewältigt in
vier Generationen eine 4.500 Kilometer lange Reise von Kanada nach
Mexiko und wieder zurück. Abertausende Schmetterlinge drängen sich
auf Ästen dicht aneinander und verzaubern die Bäume in feenhafte
Gebilde. Obwohl ein Tier nicht einmal ein Gramm wiegt, bricht so
mancher Ast unter ihrer Last ab. Auch unter der Meeresoberfläche
herrscht in den mexikanischen Gewässern reges Kommen und Gehen.
Grauwal-Weibchen verbringen mit ihren Jungen die kalte Jahreszeit in
der schützenden San-Ignacio-Lagune, bevor sie mit den Kälbern die
gefährliche Reise Richtung Arktis antreten. Denn Fressfeinde wie die
Orcas kommen rechtzeitig vor die Küsten, um die Jungwale zu jagen.

Im Pinacate-Wüstengebiet im Norden Mexikos warten Agaven und
Kakteen schon auf ganz besondere Gäste. Die Weibchen der Kleinen
mexikanischen Blüten-Fledermäuse fliegen 1.600 Kilometer weit, um
hier in Höhlen Mutterkolonien von bis zu 100.000 Individuen zu
bilden. Ihre Ankunft ist synchronisiert mit dem Blütenstand der
nachtblühenden Kakteen. Die Fledermäuse sammeln bei Mondschein den
Nektar und bilden mit den Kakteen so eine enge Symbiose: ohne
Kaktusblüten keine Nahrung – und ohne Fledermaus keine Bestäubung.