Wien (OTS) – Bundesminister Wiederkehr sprach sich im Rahmen der
Reformpartnerschaft für bundesweit einheitliche Standards im
Kindergarten aus . Die Diakonie begrüßt dieses Vorhaben, warnt jedoch
davor, Kinder mit Behinderungen dabei erneut zu übersehen. Anlässlich
des Tags der Elementarpädagogik am 24. Jänner 2026 fordert die
Diakonie, dass Inklusion ein zentrales Element aller geplanten
Kindergartenreformen werden muss.
Zwtl.: Strukturelle Benachteiligung beenden
„Dass zum Beispiel in Wien über 1000 Kinder mit Behinderungen auf
einen Kindergartenplatz warten, Kinder mit Behinderungen vom letzten
verpflichtenden Kindergartenjahr ausgeschlossen werden und Eltern –
vorwiegend Mütter – immer wieder zu Hause bleiben müssen, weil ihr
Kind keinen entsprechenden Platz bekommen muss die Politik
interessieren“, betont Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser.
„Schließlich handelt es sich um die erste Bildungseinrichtung und
Österreich hat sich 2017 bei der Unterzeichnung der UN-
Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet, dass jedes Kind einen
Anspruch auf Bildung hat. Österreich hinkt bei dieser Umsetzung
jedoch hinterher, besonders stark im Bereich der inklusiven Bildung.“
Zwtl.: Inklusive Bildung ist gute Bildung
„Inklusive frühkindliche Einrichtungen, die oft die ersten Orte
sind, an denen junge Kinder Unterschiedlichkeit erleben und darüber
lernen, bieten Möglichkeiten zur Teilhabe und Interaktion in sozial
vielfältigen Gruppen. Inklusive Angebote der frühkindlichen Betreuung
und Bildung haben einen positiven Einfluss auf alle Kinder“, hält ein
Bericht der UNESCO fest. Auf Basis dieser Erkenntnisse und
langjähriger Erfahrung als inklusiver Kindergartenträger betont die
Diakonie: „Inklusive Bildung ist gute Bildung – und zwar für alle
Kinder, mit und ohne Behinderung“, so Moser.
Zwtl.: Mehr Daten, mehr Plätze, klare Standards
Die derzeit sehr unterschiedlichen Regelungen in den
Bundesländern, die lückenhafte Datenlage zur inklusiven
Elementarpädagogik und die unzureichende Erforschung inklusiver
Settings im Kindergarten zeigen, dass das Thema massiv
unterbeleuchtet ist. Die Diakonie fordert daher:
– eine systematische und transparente Verbesserung der Datenlage zu
Kindern mit Behinderungen in elementarpädagogischen Einrichtungen
– die zentrale Berücksichtigung von Inklusion bei der Ausarbeitung
bundesweit einheitlicher Kindergartenstandards
– den gezielten Ausbau von Kindergartenplätzen für Kinder mit
Behinderungen in inklusiven Gruppen, ausgestattet mit den dafür
notwendigen Ressourcen.
„ Nur wenn Inklusion im Kindergarten vom Ausnahmefall zur
selbstverständlichen Realität wird, kann Österreich seinem
Bildungsauftrag gegenüber allen Kindern gerecht werden „, betont die
Diakonie abschließend.


