Wien/Salzburg (OTS) – „Politische Bildung ist keine Parteipolitik.
Sie ist ein Dienst an
der Demokratie – an Gewissen, Urteilsfähigkeit und Menschenwürde.
Kirche bildet keine Wählergruppen, sondern mündige Bürgerinnen und
Bürger.“
Mit diesen Worten brachte Andreas G. Weiß, Direktor des
Katholischen Bildungswerks Salzburg, den Anspruch der neuen
Initiative #politisch.sein des Forums Katholischer Erwachsenenbildung
in Österreich auf den Punkt. Zahlreiche Teilnehmer:innen vor Ort
sowie online folgten am Montagabend der Einladung der
Vernetzungsgruppe „Politische Bildung“ ins Bildungshaus St. Virgil
und diskutierten unter dem Motto „#politisch.sein als Auftrag
kirchlicher Bildung“ über die Rolle kirchlicher Erwachsenenbildung in
Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung.
Zwtl.: Kirchliche politische Bildung stärkt Demokratie und Mündigkeit
Gemeinsam mit Regina Petrik, Generalsekretärin der Katholischen
Aktion Österreich, und Markus Schlagnitweit, Direktor der
Katholischen Sozialakademie Österreichs, diskutierte Andreas G. Weiß
Grundlagen und Herausforderungen kirchlicher politischer Bildung.
Unter der Moderation von Kathrin Karloff (Bildungsforum bei den
Minoriten) und Rainald Tippow (Caritas Wien) wurde deutlich, dass
christlicher Glaube öffentlich und gesellschaftlich verantwortlich
ist – und dass Demokratie jener Raum ist, in dem Werte wie Würde,
Teilhabe und Frieden ausgehandelt werden.
Regina Petrik betonte, Bildung müsse auf drei Ebenen ansetzen:
Erstens brauche es solides Wissen über Verfassung und demokratische
Abläufe, zweitens die Stärkung demokratischer Haltungen und
Dialogfähigkeit und drittens konkrete Kenntnisse über Möglichkeiten
politischer Beteiligung. Kirche könne dafür geeignete
Rahmenbedingungen bieten. „Kirchliche Erwachsenenbildung ist geradezu
prädestiniert dafür, auf diesen drei Ebenen Bildungsangebote
bereitzustellen. Sie ist parteiunabhängig, verfügt über ein klares
Wertefundament und bietet Räume für persönliche Begegnung“ , so
Petrik.
Markus Schlagnitweit unterstrich die gesellschaftspolitische
Verantwortung kirchlicher Bildungseinrichtungen. Sie sei „Kernauftrag
im Sinne der Katholischen Soziallehre“. Demokratie lebe von
verantwortungsbereiten Bürgerinnen und Bürgern, die Macht kritisch
reflektieren. „Man kann nicht nicht politisch sein“ – auch
Neutralität sei eine Position.
Andreas G. Weiß hob hervor, dass christlicher Glaube verpflichtet,
sich für menschengerechte Bedingungen einzusetzen. Kirche bringe
Sinnfragen in gesellschaftliche Debatten ein und verstehe sich als
Gastgeberin für Dialog – nicht, um Gehorsam zu erzeugen, sondern um
kritisches Denken zu fördern. Sie handle abseits direkter Macht, im
Vertrauen darauf, dass Menschen selbst Verantwortung übernehmen und
Lösungen mitgestalten können. In einer polarisierten Gesellschaft
könne sie so eine vermittelnde Rolle einnehmen.
In der Diskussion wurde deutlich: Es geht nicht um parteipolitische
Positionierung, sondern um die Stärkung von Urteilskraft,
Dialogfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Zwtl.: Starkes Signal für demokratische Kultur
Mit der Initiative #politisch.sein setzt die Vernetzung
Politische Bildung ein deutliches Zeichen für qualitätsvolle
politische Bildung in Österreich. Ziel ist es, politische
Bildungsangebote im kirchlichen Kontext sichtbarer zu machen und
Menschen darin zu stärken, politische Prozesse zu verstehen, eigene
Positionen zu entwickeln und gesellschaftliche Verantwortung zu
übernehmen.
Zwtl.: Breites Engagement in ganz Österreich
Die Vernetzung Politische Bildung im Forum Katholischer
Erwachsenenbildung besteht seit 2013 und vereint kirchliche sowie
zivilgesellschaftliche Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit dem
Ziel, politische Mitgestaltung und demokratische Kultur zu stärken.
Im Forum Katholischer Erwachsenenbildung engagieren sich rund 600
Hauptamtliche und 11.000 ehrenamtliche Mitarbeiter:innen aus über 70
kirchlichen Bildungseinrichtungen für eine zeitgemäße, kirchlich
verankerte Erwachsenenbildung in ganz Österreich.
Weitere Informationen zur Initiative #politisch.sein sind unter
www.forumkeb.at/politisch.sein abrufbar.


