ÖGB-Pfister: Standort braucht soziale Leitplanken statt Kürzungen bei Lohnnebenkosten

Wien (OTS) – Anlässlich der IV-Pressekonferenz zum Industriebarometer
betont
Angela Pfister, die Leiterin des volkswirtschaftlichen Referates des
ÖGB: „Standortpolitik braucht gute Arbeit, faire Regeln und soziale
Absicherung.“

Lohnnebenkosten-Senkung belastet Arbeitnehmer:innen

Pfister weiter: „Wer die Lohnnebenkosten senkt, gibt den Menschen
nicht mehr Netto vom Brutto, sondern sägt am sozialen
Sicherheitsnetz. Die Beschäftigten haben davon keinen Cent mehr im
Börsel – dafür riskieren wir die Finanzierung von Krankenhäusern, die
Absicherung bei Arbeitsunfällen und die Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall. Am Ende zahlen die Arbeitnehmer:innen drauf, während
nur die Konzerngewinne steigen.“

Standort braucht strategische Investitionen statt Kahlschlag

„Wir müssen die industrielle Basis Österreichs schützen und in
die Energieunabhängigkeit investieren. Der Ausbau der
Energieproduktion, von Speicheranlagen und modernen Netzen ist
Grundvoraussetzung für unsere Arbeitsplätze und eine sichere
Versorgung in der Zukunft“, betont Pfister.

„Öffentliche Gelder sind kein Geschenk an Konzerne, sondern
müssen gezielt dort fließen, wo sie Jobs sichern und den Wandel
unserer Wirtschaft aktiv vorantreiben“, so die Gewerkschafterin.

Soziale Leitplanken für öffentliche Mittel

„Wer über den Standort spricht, darf die Arbeitnehmer:innen nicht
aus dem Blick verlieren“, sagt Pfister. Der ÖGB fordert klare
Leitplanken für Förderungen und Vergaben: „Steuergeld darf nicht an
Unternehmen fließen, die Lohn- und Sozialstandards untergraben. Wir
müssen Förderungen und Aufträge konsequent an heimische Wertschöpfung
binden“, fordert Pfister: „Das reine Billigstbieterprinzip ist
abzuschaffen – es zerstört unsere hohen Standards. Wer Aufträge an
Firmen aus Drittstaaten vergeben will, soll das künftig begründen
müssen. Wettbewerb darf nicht durch Lohndumping aus
Niedriglohnländern untergraben werden.“

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