Wien (OTS) – “Menschenrechte sind auch im 21. Jahrhundert keine
Selbstverständlichkeit. Menschen werden von ihrem Land vertrieben und
diskriminiert. Sie werden in ihrer Meinungsfreiheit und in ihrem
Recht auf eine gesunde Umwelt beschnitten. Sie arbeiten unter
unsicheren und gesundheitsschädlichen Bedingungen für zu wenig Lohn.
Sie werden Opfer von Zwangs- und Kinderarbeit, von sexueller und
geschlechtsbasierter Gewalt und von Kriegsverbrechen.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Aktivist*innen setzen sich
weltweit dafür ein, dass alle Länder die Menschenrechte nicht nur
gesetzlich verankern und einhalten, sondern auch stärken” , erläutert
Melanie Bernhofer, Fachreferentin für Entwicklungspolitik und
Menschenrechte der AG Globale Verantwortung.
Auch wohlhabende Länder sind im Schutz der Menschenrechte
weiterhin säumig. Bei Österreichs vierter Universellen
Menschenrechtsprüfung ( Universal Periodic Review , UPR) vor dem UN-
Menschenrechtsrat, der im Jänner 2026 zu Ende geht, werden andere UN-
Mitgliedsstaaten in einem Peer-Review -Prozess Mängel aufzeigen und
erneut Empfehlungen abgeben. Im Vorfeld dessen ist heute ein
gemeinsamer Menschenrechtsbericht von 300 österreichischen NGOs
präsentiert worden, den sie den Vereinten Nationen vorlegen werden.
Zwtl.: Luft nach oben bei Einbindung von Frauen, Kindern und Menschen
mit Behinderungen
Die AG Globale Verantwortung habe sich mit der Dreikönigsaktion
der Katholischen Jungschar und mit Licht für die Welt angesehen, wie
der Staat im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (
OEZA), Humanitären Hilfe und Unternehmensverantwortung weltweit
Menschenrechte besser schützen und stärken könne, berichtet
Bernhofer. “Zum Beispiel sollte der menschenrechtsbasierte Ansatz in
allen Bereichen der österreichischen Außen- und Entwicklungspolitik
fest verankert sein. Bei der strukturellen Einbindung von
benachteiligten und gefährdeten Menschen – dazu zählen Frauen, Kinder
und Menschen mit Behinderungen – sowie von zivilgesellschaftlichen
Organisationen gibt es deutlich Luft nach oben. Und Österreich könnte
mehr Unternehmen strengere Sorgfaltspflichten zum Schutz von
Menschenrechten, Klima und Umwelt auferlegen, als es etwa das
verwässerte EU-Lieferkettengesetz vorsieht.”
Zwtl.: Menschenrechte als fester Bestandteil der politischen Praxis –
für Stabilität, Frieden und Gerechtigkeit weltweit
“Nach Jahren der Erfolge haben die Klimakrise, politische Gewalt,
Kriege, Schuldenkrisen und die COVID-19-Pandemie den Menschenrechten
in vielen Ländern einen ordentlichen Dämpfer versetzt. So auch in den
OEZA-Schwerpunktländern Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik und in den
palästinensischen Gebieten. Wenn die Menschenrechte zum festen
Bestandteil einer wirksamen Politik werden, kann Österreich die
Krisen anpacken und weltweit zu Stabilität, Frieden und Gerechtigkeit
beitragen. Die Bundesregierung sollte die Chance, die der aktuelle
UPR-Prozess dafür bietet, unbedingt nutzen“ , appelliert Bernhofer
abschließend.
Die AG GLOBALE VERANTWORTUNG ist der Dachverband von 38
österreichischen NGOs der internationalen Entwicklung, Humanitären
Hilfe und entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Unsere
Mitgliedsorganisationen führen jährlich 1.000 Projekte in über 120
Ländern der Welt durch und tragen zu einem menschenwürdigen Leben für
alle auf einem gesunden Planeten bei.