St. Pölten (OTS) – Das Rote Kreuz Niederösterreich hielt am gestrigen
Donnerstagabend im
Minoritenkoster in Tulln seine 159. ordentliche Generalversammlung
ab.
Gerade im Bereich der Gesundheit gebe es große Herausforderungen
wie etwa den rasanten Fortschritt in der Medizintechnik, die knapper
werdenden personellen Ressourcen oder auch die demographische
Entwicklung, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Zuge der
Generalversammlung. Es sei daher „das Gebot der Stunde, auf all diese
Veränderungen einzugehen“, und in Niederösterreich stelle man sich
diesen Herausforderungen mit dem Gesundheitsplan 2040+, so Mikl-
Leitner. Dieser sei „von den besten Expertinnen und Experten“
erarbeitet worden, „mit dem Ziel, ein noch besseres Gesundheitssystem
zu schaffen, das auch für die künftigen Generationen hält.“ Nach
einer Umfrage sagten von 5.000 befragten Landsleuten 89 Prozent, sie
wollten „ins beste Krankenhaus und nicht in das nächste Krankenhaus“,
zeigte sich die Landeshauptfrau von der Reform überzeugt: „Wir können
dadurch Menschen helfen, Leid verringern und Leben verlängern.“
Das Rote Kreuz sei nicht nur „breit aufgestellt“; sondern vor
allem „immer da, wenn Menschen Hilfe brauchen“, hielt Mikl-Leitner
weiters fest. So habe etwa auch das Hochwasser im Vorjahr gezeigt,
„dass das Ehrenamt das ist, was uns in Niederösterreich ausmacht“,
betonte sie: „So stark diese Hochwasserkatastrophe auch war, unser
Zusammenhalt war noch viel stärker“.
Landesrätin Eva Prischl blickte auf den Tag ihrer Angelobung im
März zurück, an diesem Tag sei auch der Gesundheitsplan im Landtag
mit großer Mehrheit bestätigt worden. Jetzt sei man bei der Umsetzung
„auf einem guten Weg“, zeigte sie sich überzeugt. Die Bevölkerung
werde immer älter, der Bedarf an Rettungsfahrten und
Krankentransporten nehme zu. „Deshalb brauchen wir auch in Zukunft
jeden Freiwilligen und jeden Hauptberuflichen“, appellierte sie und
kündigte auch eine „Ausbildungsoffensive“ an.
Landesrat Martin Antauer zeigte sich „schwer beeindruckt von den
Zahlen rund um das Rote Kreuz in Niederösterreich“. Er hob die gute
Zusammenarbeit mit dem NÖGUS und dem Samariterbund hervor. Auch die
Jugendarbeit habe ihn sehr beeindruckt: „Das ist auch einer der
Gründe, warum das Rettungswesen in Niederösterreich so gut
funktioniert.“ Ohne Freiwillige und Ehrenamtliche „wäre Vieles nicht
möglich, und dafür gelte es heute auch, Danke zu sagen“, meinte er im
Gespräch mit Moderatorin Sonja Kellner.
Landesrat Anton Kasser absolvierte heute, unmittelbar nach seiner
Angelobung, seinen ersten Termin als Landesrat bei der
Generalversammlung des Roten Kreuzes. Er habe schon aus seiner
Funktion als Bürgermeister „eine sehr enge Verbindung zum Roten
Kreuz“, sagte er. Das Rote Kreuz sei „eine Organisation, auf die man
sich verlassen kann“ und ein „beispielgebender Leuchtturm“. Der
Gesundheitsplan 2040+ sei „richtungsweisend“, betonte Kasser: „Unsere
Aufgabe, die Gesundheitsversorgung abzusichern, geht nur im
Miteinander“, das Rote Kreuz sei dabei „eine wesentliche Stütze“.
Der Präsident des Roten Kreuzes Niederösterreich, Hans Ebner,
berichtete über die Tätigkeit von 18.721 freiwilligen sowie 1.718
hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu kommen 796
Zivildienstleistende und 413 Teilnehmende am Freiwilligen Sozialjahr.
„Damit haben wir ein Netzwerk der Sicherheit geschaffen“, betonte
Ebner: „Wir sind dort, wo der Bedarf gegeben ist und das Ehrenamt
gelebt wird.“ Das Rote Kreuz betreibe seit 120 Jahren Rettungsdienst
und seit 35 Jahren Notarztdienst in Niederösterreich, hielt er fest.
Beim Hochwasser 2024 war das Rote Kreuz „von der ersten Minute an im
Einsatz, um den Menschen zu helfen“, blickte er zurück. Zur
Finanzierung betonte Ebner: „Die Finanzierung der Rettungsdienste in
Niederösterreich ist gesichert“. Finanzierungslücken seien
geschlossen worden, bedankte er sich „für den Lösungswillen und das
erreichte Ergebnis“.
Der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, Gerald
Schöpfer, blickte in seinen Worten auf die Kriege in der Welt, aber
auch auf die durch die Klimaerwärmung ausgelösten Naturkatastrophen.
Aber es gebe auch positive Zeichen, so gebe es in Österreich beim
Roten Kreuz einen Rekordstand an Freiwilligen, darüber hinaus hob er
auch das gute Miteinander von Freiwilligen und Hauptberuflichen
hervor.
Im Rahmen der Generalversammlung wurden auch Ehrungen vergeben.
So wurde Michael Dorfstätter das „Große Silberne Ehrenzeichen des
Landesverbandes Niederösterreich“ verliehen, die Mitarbeiter-Ehrung
der Kellner-Stiftung erhielten Andreas Jauschnik, Luna Macho, Martina
Schuch und Caroline Schalhaas. Den Künstlerinnen und Künstlern Monika
Ballwein, Stephanie „Missy May“ Wanasek-Stauffer, Lukas Permann und
Marjan Shaki, Clemens Schaller und Ramesh Nair wurde in Anerkennung
ihre Verdienste um die Kinderburg Rapottenstein das Silberne
Verdienstzeichen des Österreichischen Roten Kreuzes, Landesverband
Niederösterreich, überreicht.


