Wien (OTS) – Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung
im Kindes-
und Jugendalter. Die Autoimmunerkrankung wird häufig spät erkannt –
teilweise erst bei Auftreten schwerer Komplikationen. Dabei könnte
der ungenutzte Hebel der Früherkennung die Erkrankung schon vor den
ersten Anzeichen entdecken, den jungen Betroffenen Leid ersparen und
dem Gesundheitswesen zu Stabilität verhelfen. Dafür sind strukturelle
Veränderungen im Gesundheitssystem und das Weiterführen begonnener
Initiativen notwendig.
Zwtl.: Früherkennung senkt lebensgefährliche Komplikationen und
Spitalskosten
Denn leider ist es in Österreich nach wie vor so, dass die
Erkrankung häufig lange nicht erkannt wird. Wenn Symptome übersehen
und nicht sofort ärztlicher Rat gesucht wird, geraten Kinder in eine
so genannte Stoffwechselentgleisung (Fachausdruck: diabetische
Ketoazidose), die als Übersäuerung des gesamten Stoffwechsels
lebensbedrohlich ist.
„44 Prozent aller Kinder, bei welchen die Erstdiagnose gestellt wird,
kommen bereits mit einer Ketoazidose in die Klinik“, meint Ass.-
Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Elke Fröhlich-Reiterer, Leiterin Bereich
Diabetes und Endokrinologie der Universitätsklinik für Kinder und
Jugendheilkunde Graz. Je jünger das Kind, desto höher ist auch das
Risiko. Diese Kinder brauchen häufig intensivmedizinische Versorgung,
die Morbidität ist hoch. Österreich steht damit im internationalen
Vergleich schlecht da und muss dringend gegensteuern.
Zwtl.: Screenings im Alter von zwei und sechs Jahren
Dabei kommt der Früherkennung eine zentrale Bedeutung zu. Mit
passendem Screening können Ketoazidosen verhindert werden.
Entsprechende Programme können bereits nach der Geburt eines Kindes
ansetzen bzw. wenige Monate später dann über die Messung der
diabetesspezifischen Antikörper im Blut. Bei 80 Prozent der
betroffenen Kinder könnte das Risiko, im Laufe des Lebens an Diabetes
zu erkranken, erkannt werden. In Ländern wie Italien und Deutschland
sind darum entsprechende Früherkennungsprogramme in einigen Regionen
etabliert. Studien zeigen, dass damit die Ketoazidosenrate bei
Neumanifestation auf bis zu 3 Prozent gesenkt werden könnte – und das
wiederum senkt die Sterblichkeit und die Spitalskosten.
Welche Initiativen für Kinder und Jugendliche mit Diabetes es in
Österreich schon gibt, welche Relevanz sie für die Erkrankten haben
und warum die Weiterführung teilweise in Gefahr ist, darüber spricht
Moderatorin Martina Rupp in der aktuellen Folge des Podcasts „Am
Mikro|skop“ mit drei ganz unterschiedlichen Expert:innen:
Am Mikro|skop – Episode 43
„Kinder mit Diabetes: Ja zur frühen Diagnose! … Aber wie?“
mit Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Elke Fröhlich-Reiterer, Leiterin
Bereich Diabetes und Endokrinologie der Universitätsklinik für Kinder
und Jugendheilkunde Graz, DI Harald Führer und Thomas Führer von „wir
sind diabetes“, der Patient:innenvertretung und Dachorganisation der
Diabetes Selbsthilfe Österreich.
www.fopi.at/fopi-podcast/episode-43/
Position bezieht Fröhlich-Reiterer zudem in ihrem Blog-Beitrag ,
wo sie sich für den Erhalt etablierter Initiativen zur Betreuung von
Kindern mit Diabetes einsetzt:
www.fopi.at/diabetes-bei-kindern/
Unterstützt wurde die Produktion des Podcasts von Sanofi-Aventis
GmbH. Information und Unterstützung für Betroffene sowie deren
Angehörige bieten unter anderem Patientenorganisationen wie
https://www.wirsinddiabetes.at/kinder-typ-1-diabetes/ oder
Patienteninformationen wie www.gemeinsam-typ1.at .
Am Mikro|skop ist eine Initiative des Fachverbands der Chemischen
Industrie Österreichs (FCIO) und des Forums der forschenden
pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI). Medienpartner ist
MedMEDIA | RELATUS, führender Fachverlag im Gesundheitswesen mit
medizinischen und pharmazeutischen Informationen auf dem neuesten
Stand der Wissenschaft.
Fotos unter: Download


