Wien (OTS) – Die Produktion von Lebensmitteln ist systemrelevant und
ein klarer
gesellschaftlicher Auftrag. Die Betriebe entlang der Kette finden zur
Erfüllung dieses Auftrags aber zunehmend schlechtere
Rahmenbedingungen vor, während die Anforderungen steigen. Das beste
Beispiel ist der integrierte Pflanzenbau: Gesellschaftliche Ziele
sind wachsende Erträge, steigende Qualität und sinkende Preise, aber
den Landwirten werden laufend wichtige Werkzeuge genommen, um sie zu
erreichen. Das geht zu Lasten der Nachhaltigkeit, denn Krankheiten,
Schädlinge und Unkräuter können Ernten ohne wirksamen Schutz massiv
reduzieren. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das: weniger
Ertrag und Umsatz bei gleichen Kosten. Gleichzeitig gibt es weniger
Lebensmittel für die gleiche Anzahl an Menschen, weshalb die
Nachfrage und damit der Preis steigen.
„Pflanzenschutzmittel leisten mehr als nur den Schutz von
Pflanzen vor Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern. Ihr gezielter
Einsatz spart Arbeit, Energie, Fläche und Rohstoffe. Er stabilisiert
Erträge, senkt Kosten und trägt dazu bei, Lebensmittel leistbar und
regional verfügbar zu halten“, so IGP-Obmann Christian Stockmar
anlässlich des Eröffnungstags der Wintertagung. „Integrierter
Pflanzenbau ist somit die nachhaltigste Form der
Lebensmittelproduktion, die den Betrieben entlang der
Lebensmittelkette und den Konsumenten zugutekommt. Die EU-
Agrarpolitik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die
landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern und so eine nachhaltige
Lebensmittelproduktion in Europa abzusichern.“
Die IGP hat fünf Beispiele zusammengefasst, die den Nutzen eines
effizienten Pflanzenschutzes klar belegen:
Weniger Arbeitsstunden: Mechanische Maßnahmen sind deutlich
arbeitsintensiver als der Einsatz von Herbiziden. Hacken, Striegeln,
wiederholtes Jäten oder händisches Entfernen von Schädlingen
benötigen mehr Zeit und Personal. Entsprechend den Vorgaben des
integrierten Pflanzenschutzes und der guten landwirtschaftlichen
Praxis braucht es einen optimierten Mix aus mechanischen und
chemischen Maßnahmen, der den Arbeitsaufwand reduziert und die
Wirksamkeit maximiert.
Weniger Emissionen: Mechanische Unkrautbekämpfung geht nur mit
intensiver Bodenbearbeitung, was einen Humusabbau und eine CO₂-
Freisetzung mit sich bringt. Außerdem steigen die Emissionen durch
den Dieselverbrauch. Ohne Unkrautmittel müssten Felder deutlich öfter
bearbeitet werden. Herbizide tragen dazu bei, CO₂ im Boden zu binden,
Bodenleben und -struktur zu erhalten und die Erosion zu reduzieren.
Weniger Fläche: Wenn Erträge gesichert sind, muss weniger Fläche
landwirtschaftlich genutzt werden, um dieselbe Menge an Lebensmitteln
zu produzieren. Das schafft Spielraum für Blühstreifen, Hecken,
Brachen und ökologische Ausgleichsflächen. Produktive Landwirtschaft
und Biodiversität schließen einander also nicht aus. Im Gegenteil:
Effiziente Erträge sind eine Voraussetzung dafür, der Natur gezielt
Raum zu geben.
Weniger Transport: Stabile und ausreichende Ernten in Österreich
reduzieren die Abhängigkeit von Importen. Wenn Lebensmittel regional
erzeugt werden, sinken Transportwege, Transportkosten und Emissionen
durch die Logistik. Pflanzenschutz trägt also dazu bei, dass
hochwertige Lebensmittel dort produziert werden, wo sie konsumiert
werden. Das bringt ein Plus für die regionale Wertschöpfung.
Weniger Food Waste: Krankheiten und Schädlinge mindern nicht nur
den Ertrag, sondern auch die Qualität. Befallene, beschädigte oder
verunreinigte Ernteprodukte werden am Feld, im Lager oder im Handel
sowie in den Haushalten häufiger aussortiert. Pflanzenschutz hilft,
die Qualität zu sichern, die Lagerfähigkeit zu verbessern und
Verluste entlang der Nahrungskette zu reduzieren. Das spart Kosten
für alle und ist ein Beitrag zum Umweltschutz.


