Wien (OTS) – Im November hat Greenpeace in acht europäischen Ländern
– darunter
auch Österreich – 56 Kleidungsstücke der chinesischen Plattform SHEIN
getestet. Ein Drittel davon hat die gesetzlich zulässigen Grenzwerte
gemäß der EU-Chemikalienverordnung REACH überschritten. Greenpeace
Österreich hat hierzulande neun SHEIN-Produkte auf PFAS (Ewigkeits-
Chemikalien) getestet. In sieben Produkten konnten PFAS teilweise um
das 600-fache über den EU-Grenzwerten nachgewiesen werden.
„Die Testbestellungen von Greenpeace zeigen einmal mehr eine
massive Belastung der SHEIN-Produkte mit verbotenen, teils
krebserregenden Chemikalien . Wir reden hier nicht von Einzelfällen,
sondern von einer regelrechten Giftlawine . Wer Kleidung bei der
chinesischen Billigstplattform bestellt, riskiert seine Gesundheit“ ,
warnt Rainer Will , Geschäftsführer des freiwilligen,
überparteilichen Handelsverbands.
Zwtl.: Fernost-Plattformen: 100 Millionen Pakete pro Jahr, aber 0
Verantwortung
Aus HV-Sicht ist es völlig absurd, dass Fernost-Plattformen wie
SHEIN oder TEMU jährlich 100 Millionen Pakete nach Österreich liefern
können, aber keinerlei Verantwortung für die Sicherheit der Produkte
tragen. Heimische Händler müssen hingegen für jedes einzelne CE-
Zeichen geradestehen und bekommen fast wöchentlich Besuch von
Behörden wie dem Marktamt .
„Es ist völlig unbegreiflich, warum SHEIN in der EU nicht längst
gesperrt wurde. Würde ein österreichischer Händler
gesundheitsgefährdende Fake-Produkte verkaufen, müsste er sofort
zusperren. Wir brauchen hier endlich eine rechtliche Gleichstellung .
Wer in Europa verkauft, muss sich an unsere Spielregeln halten“ , so
Will .
Zwtl.: Keine Giftpakete unterm Weihnachtsbaum: Handelsverband fordert
Plattformhaftung & temporäre Sperrung
Plattformen wie SHEIN müssen bei Verstößen nach EU-Recht haftbar
sein und bei wiederholten Verstößen zumindest temporär gesperrt
werden. „Solange die EU-Kommission nicht handelt, muss Österreich
vorangehen und nationale Schritte setzen, denn es ist Gefahr in
Verzug. Wir wollen keine Giftpakte unter dem Weihnachtsbaum“ , sagt
Handelssprecher Rainer Will .
Der Handel fordert außerdem die sofortige Einführung einer
Plattformhaftung für die korrekte Warendeklaration . Der
Handelsverband appelliert auch an die Bevölkerung, beim Kauf von
Weihnachtsgeschenken für die Liebsten nicht auf Plattformen wie Shein
zu shoppen, weil dies mit handfesten negativen Folgen für die
Gesundheit einhergehen kann.


