Wien (OTS) – Angesichts aktueller Berichte, wonach der Pharmakonzern
Takeda im
Zuge eines globalen Sparprogramms rund 200 Stellen in Österreich
abbaut und ein neues Labor in Wien nicht in Betrieb nimmt, übte FPÖ-
Gesundheitssprecher NAbg. Mag. Gerhard Kaniak scharfe Kritik an der
Bundesregierung. Betroffen ist beim aktuellen Abbau vor allem der
Bereich Forschung und Entwicklung zu Biologika. Erst im
parlamentarischen Gesundheitsausschuss am Dienstag wurde zudem ein
von den Freiheitlichen eingebrachter Entschließungsantrag zur
Sicherstellung der Medikamentenversorgung und Stärkung des
Pharmastandorts Österreich von den Regierungsparteien vertagt.
„Der massive Stellenabbau bei Takeda in Wien und das ungenutzte
neue Labor sind keine Einzelfälle, sondern das nächste fatale Symptom
einer tiefgreifenden strukturellen Schwäche unseres Standorts. Zuerst
bröckelt mit Sandoz in Tirol ein Traditionsstandort, wo das
Development Center in Kundl geschlossen wird, und die Thyronin-
Produktion ausläuft, und jetzt trifft es die Forschung in Wien. Und
was macht die schwarz-rot-pinke Regierung? Sie bringt seit eineinhalb
Jahren keine Life-Science-Strategie zusammen, vertagt aber unseren
Antrag zur Rettung des Standorts und gefährdet damit sowohl die
Versorgung unserer Bürger als auch Arbeitsplätze“, kritisierte
Kaniak.
Für den freiheitlichen Gesundheitssprecher sei es unverständlich,
dass die Regierung aus den Engpässen der letzten Jahre nichts gelernt
habe. Während bereits 68 Prozent aller pharmazeutischen Wirkstoffe
auf dem europäischen Markt aus Asien stammen würden, halte man in
Österreich bei der Beschaffung weiterhin stur am sogenannten
Billigstbieterprinzip und an den Erstattungsrichtlinien fest. „Wer
bei Medikamenten nur auf den niedrigsten Preis schielt und für neue,
innovative Therapien keine Erstattung zusammenbringt, darf sich nicht
wundern, wenn die heimische Produktion und auch die Forschung ins
Ausland abwandert. So werden wir immer abhängiger von asiatischen
Billigproduzenten und unsere Bürger verlieren den raschen Zugang zu
Innovationen. Es ist eine reine Heuchelei, wenn Regierungsvertreter
auf EU-Ebene vor Abhängigkeiten und Abwanderung warnen, aber im
eigenen Land tatenlos zusehen, wie hochqualifizierte Arbeitsplätze
vernichtet werden. Wir brauchen endlich ein komplettes Umdenken,
damit in der Arzneimittelversorgung unsere Resilienz und Souveränität
ebenso erhalten bleibt, wie der rasche Zugang zu neuen Medikamenten“,
so Kaniak weiter.
Abschließend forderte der FPÖ-Gesundheitssprecher eine sofortige
Verbesserung bei den Rahmenbedingungen: „Wir müssen die rechtliche
Basis für raschere Verfahren, mehr Planungssicherheit und einen
fairen Erstattungspreis für österreichische und europäische
Arzneimittel schaffen. Das bedeutet ein neues Preisfindungsverfahren,
das neben dem Preis zwingend den Produktionsstandort und die
Versorgungssicherheit berücksichtigt. Nur mit
investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie
können wir eine stabile und sichere Versorgung für die Menschen in
Österreich gewährleisten.“

