Wien (OTS) – „Fleisch aus Brasilien ist mit Hormonen und Antibiotika
belastet“,
berichtete der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser. „Das hat
die Recherche des Irish Farmers Journal in Kooperation mit dem
irischen Bauernverband ergeben. Und genau dieses Fleisch wollen wir
unseren Kundinnen und Kunden über das Mercosur-Abkommen auf die
Teller liefern“, so Hauser.
„Was haben die Journalisten herausgefunden? In Brasilien kann man
Antibiotika völlig frei im Handel erwerben – ohne Rezept, ohne
Dokumente, ohne Identitätsnachweis. Teilweise waren die Produkte
sogar ohne Barcodes, was laut den Reportern nur eines bedeutet: Sie
werden überhaupt nicht erfasst. Zudem wurde angeboten, gleich größere
Mengen zu kaufen. Neben Antibiotika konnten auch Hormone für die
Rindermast problemlos im Handel erworben werden“, schilderte Hauser
die Situation. „Das wäre in Europa undenkbar! Unsere Standards sind
um Welten höher. In Südamerika gelten nicht nur bei Tiergesundheit
und Medikamenteneinsatz deutlich niedrigere Anforderungen – auch
Umwelt- und Sozialstandards sind mit unseren nicht vergleichbar“,
betonte der Freiheitliche.
Die Journalisten besuchten auch mehrere Rinderfarmen und stießen
laut Hauser auf alarmierende Praktiken: „Auf allen besuchten
Betrieben waren spezielle Futterautomaten im Einsatz, über die die
Tiere eine Mischung aus Mineralstoffen und dem Antibiotikum Monensin
erhielten. Der Einsatz dieses Wirkstoffs als Futterantibiotikum zur
Leistungssteigerung ist in der EU seit 2006 verboten. Auch Hormone
wie Östradiol, das in der EU bereits seit 1988 in der Tiermast
verboten ist, wurden dort eingesetzt!“
„Dieser Zustand ist unseren Konsumentinnen und Konsumenten nicht
zumutbar. Deshalb setzen wir uns gegen Mercosur ein, und ich habe zu
den aktuellen Rechercheergebnissen eine parlamentarische Anfrage
eingereicht! Ein EU-Audit hatte bereits bestätigt, dass Brasilien
nicht zuverlässig sicherstellt, dass kein hormonbehandeltes Fleisch
in die EU gelangt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie
die EU-Kommission die Recherchen bewertet, die brasilianischen
Kontroll- und Rückverfolgungssysteme beurteilt und ob das EU-Mercosur
-Abkommen aus Sicht der EU-Kommission den europäischen Standards
genügt“, sagte Hauser.


