Ein Drittel der Österreicher nutzt bereits KI bei Gesundheitsfragen

Wien (OTS) – – Jeder Zehnte vertraut künstlicher Intelligenz mehr als
Ärzten

– Fast jeder Zweite ortet Verschlechterung bei Gesundheitsversorgung

– Mehrheit der Österreicher körperlich und mental bei guter
Gesundheit

– Großteil bezeichnet sich als psychisch resilient

– Interesse an Alternativmedizin steigt vor allem bei Jüngeren

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend an Bedeutung, wenn es
um Gesundheitsfragen geht. Die Gesundheitsstudie 2025 der Wiener
Städtischen Versicherung zeigt, dass bereits ein Drittel der
österreichischen Bevölkerung Erfahrung mit der Nutzung von KI in
Bezug auf gesundheitliche Themen hat. Die große Mehrheit schenkt
ärztlicher Information zwar (eher) Vertrauen, für jeden Zehnten sind
Auskünfte einer KI jedoch vertrauenswürdiger. „Die Ergebnisse
unterstreichen, wie stark digitale Technologien mittlerweile in
unseren Alltag integriert sind und werfen zugleich Fragen nach
Chancen, Risiken und Verantwortlichkeiten im Umgang mit KI-basierten
Gesundheitsinformationen auf. Sie verdeutlichen außerdem, wie wichtig
Gesundheitskompetenz ist“ , kommentiert Sonja Brandtmayer,
Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen , die
Ergebnisse der Studie. Dafür wurden in einer repräsentativen Online-
Umfrage 1.000 Menschen in Österreich im Alter von 16 bis 70 Jahren
durch das Gallup Institut im Auftrag der Wiener Städtischen befragt.

Zwtl.: Kritik am Gesundheitssystem wächst

Das Nutzungsverhalten in Sachen KI wirft auch ein Schlaglicht auf
die Wahrnehmung des öffentlichen Gesundheitssystems. Grundsätzlich
ist die Haltung der Bevölkerung noch positiv: Jeder Zweite zeigt sich
mit dem System (sehr) zufrieden. Kritik wird jedoch in Bezug auf die
medizinische Versorgung laut: 45 Prozent sind der Ansicht, dass sich
diese in den letzten 12 Monaten verschlechtert hat, nur 8 Prozent
nehmen eine Verbesserung wahr. Die kritische Einschätzung betrifft
vor allem organisatorisch-logistische Aspekte: Sowohl im Bereich der
Allgemeinmedizin als auch bei Fachrichtungen ist die Mehrheit der
Bevölkerung der Ansicht, dass es in Österreich nicht genügend
Kassenärzte gibt. Ebenso wird die Wartezeit auf Termine moniert: Die
Mehrheit wartet zwar nur wenige Tage auf einen Termin bei einem
Kassenarzt der Allgemeinmedizin, bei einem Facharzt mit Kassenvertrag
müssen jedoch mehr als ein Drittel über 2 Monate warten.

Zwtl.: Positives Gesundheitsbild im Kontrast zu Stresspegel

Was den eigenen Gesundheitszustand betrifft, so beschreibt ihn
der Großteil der Bevölkerung aktuell als (sehr) gut. Sowohl
körperlich als auch mental hat außerdem je rund ein Sechstel eine
Verbesserung innerhalb der letzten 12 Monate bemerkt. In Bezug auf
das individuelle Wohlbefinden spielt erwartungsgemäß das Ausmaß an
Stress eine zentrale Rolle: Während sich aktuell 35 Prozent kaum bzw.
gar nicht belastet fühlen, bezeichnet sich ein Drittel durchaus als (
sehr) gestresst. 2 von 5 Österreichern gelingt es immerhin, nach
einem stressigen Tag (sehr) gut abzuschalten – mehr als ein Fünftel
kommt jedoch kaum bzw. gar nicht aus der Stressspirale heraus.
Brandtmayer: „Dass so viele im Alltag nicht zur Ruhe finden, macht
deutlich, wie groß die Gefahr einer andauernden Anspannung ist – mit
Folgen für Schlaf, Erholung und letztlich auch die langfristige
Gesundheit.“ Insgesamt stufen jedoch 56 Prozent ihren aktuellen
mentalen Gesundheitszustand als (sehr) gut ein, Männer mit 63 Prozent
eher als Frauen mit 49 Prozent. Ein Fünftel der Befragten mit
minderjährigen Kindern im selben Haushalt hat bei diesen eine
Verbesserung des mentalen Zustands im vergangenen Jahr bemerkt.

Zwtl.: Mehrheit hält sich unter hoher Belastung für resilient

Nichtsdestotrotz zeigt die Gesundheitsstudie 2025 der Wiener
Städtischen, dass Sorgen und Belastungen für viele Menschen eine
große Rolle spielen. Mit 84 Prozent hat die überwiegende Mehrheit der
Bevölkerung einen Alltag, der von Sorgen geprägt ist. Die eigene
Gesundheit bzw. die von nahestehenden Personen, die finanzielle
Situation, die individuelle Zukunft sowie die (geo)politische Lage,
Kriege und Terror zählen zu den Themen, die den Österreichern die
meisten Sorgen bereiten. Unter den Jüngeren bis Mitte 30 zeigt sich
eine Patt-Stellung: Ein Viertel hat jetzt weniger Sorgen als noch vor
einem Jahr, 23 Prozent mehr. Trotz des hohen Sorgenausmaßes
bezeichnen sich 7 von 10 Österreichern als resilient. „Resilienz ist
ein starkes Selbstbild, das viele teilen. Die Realität zeigt jedoch,
dass diese Belastbarkeit täglich auf die Probe gestellt wird“ , so
Brandtmayer.

Zwtl.: Jüngere für alternative Methoden offen

Wo Sorgen dominieren, wächst das Interesse an ganzheitlichen
Ansätzen: Etwa jeder Zweite in Österreich hat bereits Erfahrungswerte
mit alternativ- bzw. komplementärmedizinischen Behandlungen, wobei
Homöopathie, Akupunktur und Osteopathie am häufigsten in Anspruch
genommen werden. Bei 28 Prozent ist das Interesse an alternativ- bzw.
komplementärmedizinischen Methoden gestiegen, unter den Jüngeren bis
35 Jahre sind es sogar 37 Prozent. Brandtmayer: „Das wachsende
Interesse der Jüngeren ist ein deutliches Signal für ihr gestiegenes
Gesundheitsbewusstsein. Es zeigt: Gesundheit und Prävention haben für
diese Generation einen neuen Stellenwert.“ Vor diesem Hintergrund
spielt die private Gesundheitsvorsorge eine zentrale Rolle: Bei 37
Prozent ist das Interesse an ihr im vergangenen Jahr gestiegen, unter
den 16- bis 35-Jährigen ist es mehr als jeder Zweite. Speziell diese
Altersgruppe sieht außerdem eine deutliche Notwendigkeit, eine
Gesundheitsvorsorge abzuschließen.

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