Bürgermeister Ludwig überreichte Fußball-Ikone Prohaska „goldenen Meisterteller“ zum 70er

Wien (OTS) – Am gestrigen Freitag, den 8. August, feierte Österreichs
Jahrhundertfußballer, Austria-Legende und TV-Chefanalytiker Herbert
Prohaska seinen 70. Geburtstag. Anlässlich des „Runden“ lud der
ehemalige Kicker zu einem Abend in die Tschauner Bühne Ottakring, wo
er auch selbst mit seiner Band auftrat. Bei dieser Gelegenheit
überreichte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig dem Jubilar als
Anerkennung seiner Leistungen den „goldenen Meisterteller der Stadt
Wien“ – eine seltene persönliche Ehrengabe des Bürgermeisters.

Der Stadtchef würdigte dabei den ehemaligen Fußballstar und
Trainer in einer sehr persönlichen Ansprache. Prohaska wurde 2004 zu
Österreichs bestem Fußballer der letzten 50 Jahre gewählt, habe als
Legionär bei AS Roma und Inter Mailand gespielt und später als
Trainer sowohl die Austria Wien zweimal zum Meistertitel geführt als
auch die österreichische Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft,
führte Ludwig aus. In den letzten Tagen sei bereits viel über dessen
beeindruckende Fußballkarriere gesprochen worden, doch besonders
hervorzuheben sei auch Prohaskas tiefe Verbundenheit mit seiner
Heimatstadt. Dabei verwies Bürgermeister Ludwig auch auf eine Aussage
Prohaskas, in der dieser Wien als „eine der schönsten Städte der
Welt“ bezeichnet habe.

Der Wiener Bürgermeister erinnerte außerdem an Prohaskas Kindheit
im Gemeindebau in der Hasenleitengasse in Simmering – eine damals
arme Gegend, aber dennoch, so Ludwig, „eine schöne Zeit für den
jungen Herbert“. Aufgrund der beengten Wohnverhältnisse sei dieser
oft draußen gewesen und habe dort Fußball gespielt. Der Beginn einer
außergewöhnlichen Karriere, die tief mit Wien verwurzelt sei, sagte
Ludwig. Der Wiener Stadtchef hob auch Prohaskas Schlagfertigkeit als
Kommentator hervor. Pointierte Aussagen wie „Sein bester Pfiff war
der Schlusspfiff“ oder „Die Chancen stehen bei 50:50. Für beide“ oder
das beliebte „Gute Nacht.“ seien vielen in Erinnerung geblieben.
Besonders beeindruckt habe ihn aber ein Satz Prohaskas: Das
Wichtigste im Leben seien Familie, Freunde, Treue und Zusammenhalt.
Das zeige wahre Größe, lobte Bürgermeister Ludwig. „Vor allem, wenn
man trotz aller Erfolge bodenständig und sich selbst treu bleibt.“
Dies sei es, was Herbert Prohaska besonders auszeichne. „Ich freue
mich deshalb besonders, dir, lieber Herbert, sozusagen den goldenen
Meisterteller der Stadt Wien zu überreichen“, schloss Ludwig.

Zwtl.: Leben für den Fußball und die Familie

Herbert „Schneckerl“ Prohaska, geboren 1955 in Wien-Simmering,
zählt zu den größten Persönlichkeiten des österreichischen Fußballs.
Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen in der
Hasenleitensiedlung, machte er eine Lehre zum Automechaniker und
heiratete 1974 seine Frau Elisabeth. Das Paar hat zwei Töchter und
mittlerweile vier Enkel. Seine fußballerische Laufbahn begann er mit
neun Jahren bei Vorwärts XI, bevor er 1972 zur Wiener Austria
wechselte. Mit dem Klub gewann er sieben Meisterschaften und vier
Cuptitel. Es folgten erfolgreiche Jahre in der italienischen Serie A
bei Inter Mailand (Cupsieg 1982) und AS Roma (Meistertitel 1983). Für
das Nationalteam absolvierte er 83 Spiele, darunter die WM-Teilnahmen
1978 und 1982. Legendär ist sein Siegtor 1977 gegen die Türkei, das
Österreich zur WM nach Argentinien brachte – dort folgte das „Wunder
von Córdoba“. Als Trainer führte Prohaska die Austria zu zwei
Meistertiteln und qualifizierte das Nationalteam 1998 für die WM in
Frankreich. 1999 endete seine Teamchef-Karriere. Bei der Krone-
Fußballerwahl wurde er in den Jahren 1975 und 1985 zum Fußballer des
Jahres gewählt, 1997 zum Trainer des Jahres. Die APA-Fußballerwahl
entschied er dreimal für sich (1984, 1985 und 1988).

Prohaska ist auch für seine pointierten Kommentare bekannt, blieb
dabei aber stets bodenständig. Besonders wichtig ist ihm seine
Familie und sein Freundeskreis. Zahlreiche Ehrungen – darunter das
Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich – würdigen sein
Lebenswerk. (Schluss) kri

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