St. Pölten (OTS) – Seit 2015 wird keine separate Ausbildung für
Sonderschulehrkräfte
mehr angeboten. Stattdessen kann ein Schwerpunkt oder ein
Spezialisierung im Bereich „Inklusion“ gewählt werden. Für einen
überwiegenden Teil der betroffenen Schülerinnen und Schülern sind
inklusive Lernbedingungen förderlich. Für Kinder mit einem
herausfordernden Pflegeaufwand oder schweren Erkrankungen sind
alternative Lernbedingungen jedoch erforderlich.
„Die Sonderschulen leisten seit Jahren einen wesentlichen Beitrag
zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit
unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen. Kleine
Klassengrößen, speziell ausgebildetes Fachpersonal und ein
geschütztes Lernumfeld ermöglichen den Kindern Bildungserfolge, die
in anderen Schulformen oft nicht erreichbar sind“, erläutert Katja
Seitner, Landesgeschäftsführerin des Niederösterreichischen
Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes (NÖAAB) und weiter:
„Inklusion bedeutet nicht Gleichmacherei, sondern Wahlfreiheit und
passgenaue Angebote. Für manche Kinder ist die Sonderschule der Ort,
an dem sie sich sicher fühlen, Selbstvertrauen entwickeln und ihre
Fähigkeiten entfalten können.“
Der NÖAAB begrüßt daher ausdrücklich den im NÖ Landtag
eingebrachten Antrag an den Bundesminister für Bildung heranzutreten
und diesen aufzufordern die Einführung eines eigenständigen und zum
Unterrichten in Sonderschulen und inklusiven Settings ausgelegten
Studienganges „Sonderpädagogik“ zu veranlassen.
„Wir sehen darüber hinaus unsere langjährige Forderung nach
Erhalt der Sonderschulen bestätigt,“ so Seitner abschließend.


