Wien (OTS) – Der kürzlich von der Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit
(AGES) veröffentlichte Pneumokokken-Jahresbericht für 2025 zeigt
einen deutlichen Anstieg der invasiven Pneumokokken-Fälle (IPE) im
Vergleich zu 2024. Am öftesten betroffen waren auch diesmal ältere
Menschen. Seit November 2025 steht die Pneumokokken-Impfung im Rahmen
eines öffentlichen Impfprogramms allen ab 60 Jahren und Risikogruppen
kostenfrei zur Verfügung. Der Erfolg dieses Programms wird sich dann
in einem Jahr beurteilen lassen.
Zwtl.: Große Steigerung [1]
Bereits 2024 wurden in Österreich so viele invasive Pneumokokken-
Fälle registriert wie noch nie. Damals wurden 812 Erkrankungen
gemeldet. 2025 wurde diese Zahl nun übertroffen, wie im aktuellen
Pneumokokken-Jahresbericht der AGES festgehalten wurde. Bei 944
Menschen sind letztes Jahr die Bakterien, die in den meisten Fällen
eine „normale“ Lungenentzündung verursachen, in eine ansonsten
sterile Körperregion eingedrungen und führten zu einer invasiven
Erkrankungsform.
Konkret äußert sich die Erkrankung vor allem in Form einer
besonders schweren Lungenentzündung, einer Blutvergiftung (Sepsis)
oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis). „ Der Verlauf kann sehr
schwer sein, eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich
machen und leider auch – selbst mit Behandlung durch Antibiotika –
zum Tod führen “, erläutert Prim.a Dr.in Eveline Kink, MBA, Leiterin
der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie, LKH Graz II und
Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).
Letzteres spiegelt sich ebenfalls in den aktuellen Zahlen wider. 2025
sind 64 Personen an einer IPE gestorben, das sind sieben mehr als
noch im Jahr davor.
Zwtl.: Erkrankungshäufigkeit pro 100.000 gestiegen [1]
Angestiegen sind nicht nur die absoluten Erkrankungszahlen,
sondern auch die Inzidenz (Häufigkeit), und zwar von 8,9 auf 10,3 pro
100.000 Einwohner:innen. Männer waren häufiger betroffen als Frauen.
Die höchste Inzidenz wurde wie bei vielen Infektionskrankheiten in
der Gruppe der über 80-Jährigen gemessen. „ In dieser Gruppe sehen
wir – aufgrund des nachlassenden Immunsystems und oft vorhandener
weiterer Krankheiten – besonders oft Komplikationen. Daher ist gerade
bei älteren Menschen die Pneumokokken-Impfung ganz besonders wichtig
“, betont Kink.
Die Auswertungen der AGES zeigen, dass die modernen Impfstoffe
einen Großteil der letztes Jahr kursierenden Serotypen – also der
verschiedenen Untergruppen – der Pneumokokken abgedeckt haben,
vermutlich also viele Krankheitsfälle zu verhindern gewesen wären.
Zwtl.: Pneumokokken-Impfung ab dem 60. Lebensjahr kostenfrei
Seit Ende 2025 steht die Pneumokokken-Impfung allen Personen ab
dem vollendeten 60. Lebensjahr im Rahmen des öffentlichen
Impfprogramms gratis zur Verfügung. Auch für Personen ab 18 Jahren
mit Vorerkrankungen wird sie im Österreichischen Impfplan empfohlen
und kann kostenfrei in Anspruch genommen werden. Da es die Gratis-
Impfung erst seit November 2025 gibt, sind ihre Effekte in der
Statistik 2025 naturgemäß noch nicht abgebildet. Der nächste
Pneumokokken-Bericht wird erstmalig Aufschluss geben können.
Ähnlich wie die kostenfreie Gürtelrose-Impfung wurde die
Pneumokokken-Impfung jedoch von der Bevölkerung bereits sehr gut
angenommen. Seit Einführung der Gratis-Impfung wurden laut e-Impfpass
bereits über 210.000 Dosen verimpft und etwa 400.000 Impfstoffe
ausgeliefert.
Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen,
Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im
österreichischen Gesundheitswesen.
1. AGES, Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken, Jahresbericht
2025.

