Wien (OTS) – Seit Herbst 2025 hat die flämische Barockmalerin
Michaelina Wautier (
1614/18–1689) bereits über 120.000 Besucherinnen und Besucher
begeistert. Das Kunsthistorische Museum widmet ihr noch bis 22.
Februar eine Schau, die erstmals nahezu ihr gesamtes Oeuvre zeigt. Ab
27. März gastiert die Ausstellung des KHM in der Royal Academy in
London.
Die Künstlerin gehört zu den bedeutendsten und spannendsten
Wiederentdeckungen der Kunstgeschichte der letzten 30 Jahre.
„ Michaelina Wautier ist eine der großen künstlerischen
Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts. Diese Ausstellung korrigiert
nicht nur kunsthistorische Zuschreibungen, sondern erweitert
nachhaltig unseren Blick auf den Kanon der Barockmalerei. Dass wir
ihr Werk heute in dieser Geschlossenheit präsentieren können, ist ein
Meilenstein für das Kunsthistorische Museum “, betont Jonathan Fine,
Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums.
Jahrhundertelang war sie in Vergessenheit geraten – trotz heute
belegbarer Erfolge am Brüsseler Hof und bei bedeutenden Auftraggebern
in Gelehrten- und Sammlerkreisen ihrer Zeit. Falsche Zuschreibungen –
nicht zuletzt, weil man einer Frau eine derartige Meisterschaft nicht
zutraute – Verwechslungen, unvollständige Inventare und fehlende
persönliche Dokumente oder Aufzeichnungen von Zeitgenossen erschweren
die Arbeit der Forschenden.
Zwtl.: Auf Augenhöhe mit Rubens und Van Dyck
Die Ausstellung präsentiert Wautiers beeindruckendes Können, das
auf Augenhöhe mit einem Antonys Van Dyck oder Peter Paul Rubens
steht: Die Malerin beherrscht sämtliche Gattungen auf höchstem
Niveau, insbesondere die Porträt- und Historienmalerei. Ihre
Bildfindungen sind eigenständig und von überraschender Originalität,
in denen der Humor nicht zu kurz kommt, ihre Porträts bestechen mit
einer einzigartigen psychologischen Tiefe, ihr Umgang mit dem
menschlichen Körper ist souverän.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf zentralen Beständen des
Kunsthistorischen Museums, darunter Michaelina Wautiers monumentaler
Triumph des Bacchus. Heute zählt dieses Gemälde zu den Highlights der
Gemäldegalerie. Seine eher zufällige Wiederentdeckung im Depot des
Museums in den 1990er Jahren war Auslöser, der Geschichte dieser
Frau, die sich in ihrer Zeit über Regeln und Konventionen
hinweggesetzt hat, nachzugehen.
Zahlreiche Gemälde der Ausstellung sind erstmals öffentlich zu
sehen und stammen von namhaften Leihgebern und aus Privatsammlungen,
wie jener der The Royal Collection / HM King Charles III. Die aus
Boston stammende Serie der Fünf Sinne ist erstmals vollständig in
Europa zu sehen.
Zwtl.: Tickets, Rahmenprogramm, Video und Katalog
Die Ausstellung ist noch bis 22. Februar täglich, außer montags,
zu sehen. Für den Besuch ist ein Timeslot-Ticket zu lösen, das den
Zeitpunkt des Zutritts zur Sonderausstellung regelt. Ein
umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen gibt ebenso vertiefende
Einblicke in das Werk von Michaelina Wautier wie ein Begleitvideo ,
das auf dem YouTube-Kanal des Kunsthistorischen Museums nachgesehen
werden kann. Zur Ausstellung erschien ein reich bebilderte Katalog,
der im Museumsshop und online erhältlich ist.
Am 26. März wird eine abgeschlankte Variante der Wiener Schau in
der Royal Academy in London eröffnet.
Michaelina Wautier, Malerin
Noch bis 22. Februar 2026
Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie
27. März bis 21. Juni 2026
The Royal Academy of Arts, London


