Berlin (OTS) – Berlin (ots)
– Heimischer Fisch deckt nur 8 % des Konsums – Österreichs eigene
Fischressourcen wären bereits heute (29.01) aufgebraucht
– Top 3 der meistverkauften Speisefische im österreichischen
Einzelhandel werden ausschließlich importiert
– Verlässliche Standards wie das MSC-Siegel schaffen Orientierung für
bewussten Fischkonsum
Fisch gilt als gesundes Lebensmittel: Er liefert hochwertiges
Eiweiß, wertvolle Omega-3-Fettsäuren sowie wichtige Mineralstoffe.
Die Nachfrage ist auch in Österreich ungebrochen: Rund 8 Kilogramm
Fisch und Meeresfrüchte pro Kopf und Jahr werden hierzulande
konsumiert – insgesamt etwa 73.000 Tonnen im Jahr 2024 [1]. Doch
Überfischung, zerstörerische Fangmethoden und Umweltbelastungen
setzen den Meeren weltweit massiv zu.
Heimischer Fisch: Ende Jänner bereits aufgebraucht
„Esst heimischen Fisch“ gilt als gängige Empfehlung für
nachhaltigen Konsum und ist durchaus sinnvoll – greift aber zu kurz.
Denn erstens ist auch „heimisch“ nicht automatisch ökologisch
nachhaltig. Und zweitens reicht die verfügbare Menge an heimischem
Fisch bei Weitem nicht aus, um den Bedarf in Österreich zu decken.
Die heimische Binnenfischerei und Aquakultur lieferten 2024 lediglich
5.670 Tonnen für den Konsum. Das entspricht nur rund 8 Prozent der
insgesamt verzehrten Fischmenge [2]. Rein rechnerisch wären
Österreichs eigene Fischressourcen damit bereits am 29. Jänner
aufgebraucht.
Lachs, Thunfisch & Garnelen: Fisch mit weiter Anreise
Tatsache ist: Bevor Fisch in Österreich auf den Tellern landet,
hat er meist eine lange Reise hinter sich, so auch die Top 3 der
beliebtesten Speisefische [3] im österreichischen
Lebensmitteleinzelhandel – Lachs, Thunfisch sowie Meeresfrüchte wie
Garnelen. Sie stammen fast ausschließlich aus internationalen
Fanggebieten und Aquakulturen. Die globalen Lieferketten sind komplex
– und Nachhaltigkeitsaspekte für Konsumentinnen und Konsumenten oft
schwer nachvollziehbar. Zwar schreibt die EU-Verordnung für
Fischereierzeugnisse bestimmte Produktinformationen vor, doch diese
reichen nicht aus, um die ökologische Nachhaltigkeit eines Produktes
fundiert zu bewerten.
Orientierung im Supermarkt braucht verlässliche Standards
Genau hier setzt der Marine Stewardship Council (MSC) mit seinem
blauen Siegel an: Er bietet verlässliche, unabhängige und extern
geprüfte Informationen über die Umweltauswirkungen von
Fischereiaktivitäten. Die Zertifizierung der gesamten Lieferkette
stellt zudem sicher, dass MSC-gekennzeichneter Fisch nachweislich aus
zertifiziertem, umweltverträglichem Fang stammt.
Österreich Vorreiter – global bleibt Nachholbedarf
Österreich gehört erfreulicherweise zu den Vorreitern, wenn es um
Fischprodukte aus MSC-zertifizierter und damit ökologisch
nachhaltiger Fischerei geht. Verbraucherinnen und Verbraucher können
hierzulande aus über 350 Produkten mit MSC-zertifiziertem Fisch
wählen. Der MSC-Anteil am Verkaufsvolumen von Fischprodukten (
Tiefkühlung, Kühlung, Konserve) im österreichischen
Lebensmitteleinzelhandel liegt aktuell bei rund 45 Prozent [4].
„Umweltverträglicher Fischfang und bewusster Fischkonsum müssen
künftig noch stärker in ihrer gesamten Komplexität diskutiert werden
– sorgfältig, umfassend und korrekt. Denn global betrachtet ist die
Lage ernüchternd: insgesamt stammen nur 16 Prozent der weltweiten
Fangmenge aus MSC-zertifizierter Fischerei“, sagt Gerlinde Geltinger,
PR-Manager beim MSC DACH. Der MSC appelliert an Handel und Industrie,
die Konsumentinnen und Konsumenten aktiv bei einer informierten
Kaufentscheidung zu unterstützen. Gleichzeitig richtet sich ein
klarer Appell an die VerbraucherInnen: Mit einer bewussten Wahl am
Fischregal können sie Handel und Fischereien signalisieren, dass sie
umweltverträgliche Produkte bevorzugen.
ENDE
Anmerkungen
[1] Statistik Austria 2025
[2] Statistik Austria 2025
[3] * NielsenIQ Global Snapshot ÖSTERREICH FISCH
LEBENSMITTELHANDEL INCL. HOFER/LIDL 2025 (TIEFKÜHL, GEKÜHLT, IN
DOSEN, TK Pizza)
[4] * NielsenIQ Global Snapshot ÖSTERREICH FISCH
LEBENSMITTELHANDEL INCL. HOFER/LIDL 2025 (TIEFKÜHL, GEKÜHLT, IN
DOSEN, TK Pizza) und MSCI Licensing Data, Stand 31. März 2025


