Artenschutzkonferenz im Zeichen der Haie und Rochen: WWF fordert Handelsverbot für gefährdete Arten

Samarkand/Wien (OTS) – Zwei Wochen lang steht der internationale
Artenschutz im Mittelpunkt:
Vom 24. November bis 5. Dezember 2025 findet in Samarkand (Usbekistan
) die 20. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner
Artenschutzabkommens (CITES) statt. Im Vorfeld der Konferenz fordert
der WWF die teilnehmenden Staaten auf, den Schutz bedrohter Arten vor
Übernutzung zu stärken und den internationalen Handel mit gefährdeten
Tieren und Pflanzen strenger zu regulieren. Konkret sollten laut WWF
vor allem der Schutz sowie die Umsetzung von Handelsregularien von
Haien, Rochen, Aalen, Galapagos-Leguanen und Okapis verbessert
werden. Es stehen 51 Schutzanträge auf dem Programm, die den Schutz
von über 230 Arten beeinflussen.

„ Die Rekordzahl von Schutzanträgen verdeutlicht, wie sehr die
Artenkrise drängt. Artenhandel ist noch immer ein Haupttreiber für
Verlust von Biodiversität. Viele Tier- und Pflanzenarten werden
dramatisch übernutzt, weil irgendwo auf der Welt eine massive
Nachfrage nach exotischen Haustieren, nach dubiosen Gesundheits- oder
Kosmetikprodukten oder nach prestigeträchtigen Edelhölzern besteht.
Die CITES-Verhandlungen müssen Fortschritte bringen, um diesen
Raubbau an bedrohten Arten einzudämmen “, sagt Georg Scattolin,
Artenschutzexperte vom WWF Österreich.

Fokus auf Haien und Rochen
Ein Schwerpunkt der Konferenz wird auf Haien und Rochen liegen. Die
empfindlichen Knorpelfische sind in den vergangenen Jahrzehnten
besonders durch Überfischung stark zurück gegangen, mittlerweile ist
mehr als ein Drittel der über 1250 Arten vom Aussterben bedroht.
Sieben Schutzanträge, die 67 Arten dieser Fischgruppe betreffen,
liegen vor. Erstmals wird über ein Handelsverbot für Haie diskutiert,
darunter auch den kommerziell befischten Weißspitzen-Hochseehai sowie
Walhaie. Manta- und Teufelsrochen, die wegen hoher Nachfrage am
asiatischen Markt stark befischt werden, sind ebenfalls für ein
Handelsverbot vorgeschlagen. „Ein Handelsverbot wäre echter
Hoffnungsschimmer für diese Fischarten. Es würde den Fischereidruck
auf sie erheblich senken, da internationale Absatzmärkte nicht mehr
beliefert werden dürften “, sagt Scattolin. Auch die ikonischen
Galapagos-Meerechsen und nur dort heimischen Landleguane sollen
strenger geschützt und mit Handelsverbot statt -beschränkungen belegt
werden.

Aufweichung des Handels mit Elfenbein und Nashorn-Horn geplant
Ein weiterer Streitpunkt dürfte die Regulierung des Handels mit
Nashornteilen werden. Namibia will den Schutz seiner
Spitzmaulnashörner herabstufen und so den regulierten Handel mit
Nashorn-Horn aus staatlichen Lagerbeständen und teils aus
Privathaltung erlauben. „Ohne Frage hat Namibia gute Erfolge beim
Schutz seiner Nashornbestände erzielt. Aber insbesondere in den
potenziellen Abnehmerländern für Rhinozeroshorn wie Vietnam und
anderen asiatischen Ländern reichen die Möglichkeiten zur Kontrolle
eines legalisierten Handels bei weitem nicht aus. Man sieht es den
Nashorn-Hörnern nicht an, ob sie aus legalen oder illegalen Quellen
stammen. Das öffnet die Tür für den illegalen Handel noch weiter“,
warnt WWF-Experte Scattolin. Auch den kommerziellen Handel von
Elefanten-Stoßzähnen aus staatlichen Lagerbeständen will Namibia
erlauben. „Statt die Regulierung des Handels aufzuweichen, müssen
auch die Märkte in Asien angegangen werden, um dort die Nachfrage zu
verringern“, so Scattolin.

Der Schutz von Giraffen im südlichen Afrika könnte ebenso
geschwächt werden. Viele Populationen dort gelten als gut gemanagt.
Die bestehenden Handelsbeschränkungen wie beantragt aufzuheben, würde
einen sehr schwer zu kontrollierender Flickenteppich schaffen, weil
in manchen Ländern ein Handelsverbot oder Handelsregulierung besteht
und in anderen Ländern nicht, warnt der WWF.

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