Wien (OTS) – „Eine Sanierungsrate von nur 0,5 Prozent der
energieausweispflichtigen Gebäude ist ein klimapolitischer
Offenbarungseid. Das bedeutet im Klartext, dass man Gebäude nur alle
200 Jahre saniert“, sagt die Sprecherin der Grünen für Wohnen,
Finanzen, Rechnungshof und Kontrolle, Nina Tomaselli, zum heute
veröffentlichten Rechnungshofbericht „Energieeffizienz von Gebäuden
der BIG mit Schwerpunkt Sanierung“.
Der Bericht zeigt: Während die EU und Österreich eine
Sanierungsrate von drei Prozent fordern, bleibt die BIG davon
meilenweit entfernt „Wir sprechen hier ja nicht von irgendeinem
Unternehmen. Die BIG ist das größte Immobilienunternehmen Österreichs
und im Eigentum des Bundes. Die öffentliche Hand ist hier aber nicht
Vorbild, sondern Bremserin der Energiewende. Für ein Land, dass seine
Klimaziele ernst nehmen will, ist das eine Bankotterklärung“,
kritisiert Tomaselli.
Die Wohnbau- und Kontroll-Sprecherin weist außerdem darauf hin,
dass die Rechnungshof-Ergebnisse vor allem vor dem Hintergrund
enormer finanzieller Mittel enttäuschend sind: „Mit einem Netto-
Umsatz von 1,4 Mrd. Euro pro Jahr wäre bei der BIG genug Geld
vorhanden. Doch anstatt es konsequent in thermische Sanierungen und
Energieeffizienz zu investieren, pumpt sie gemeinsam mit ihrer
Tochter ARE (Austrian Real Estate GmbH) lieber enorme Summen in
Luxusimmobilien. Das ist nichts anderes als falsche
Prioritätensetzung und eine fatale Fehlallokation von öffentlichen
Mitteln. Ganz nach dem Motto: Luxus statt Klimaschutz“, sagt
Tomaselli. Dass Milliarden in renditegetriebene Neubauten fließen,
während bei den Bestandsgebäuden, die massiv Energie einsparen
könnten, jahrzehntelang nichts passiert, ist für Tomaselli „absolut
unnötig“. Denn gemeinnützige Wohnbauträger würden seit Jahren zeigen,
dass es auch anders geht: Sie erfüllen die drei Prozent
Sanierungsrate Jahr für Jahr kontinuierlich und erfolgreich – und das
mit deutlich weniger finanziellen Möglichkeiten als die BIG.
Gebäude sind in Österreich für rund ein Drittel des
Endenergieverbrauchs verantwortlich und verursachen mehr als zehn
Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen. Anlässlich dieser
enormen Bedeutung, die der Gebäudesektor für die Erreichung der
Klimaziele hat, müssen Sanierungen ernst genommen werden: „Die
Empfehlungen des Rechnungshofs sind daher nicht nur zu begrüßen, die
BIG sollte sie schleunigst umsetzen, das Sanierungstempo enorm
erhöhen und von der Bremserin zur Vorreiterin werden“, hält Tomaselli
fest.


