Wien (OTS) – Die Land&Forst Betriebe Österreich nehmen die heutige
Rede zur Lage
der Union von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur
Kenntnis, vermissen jedoch schmerzlich konkrete Schritte zum längst
überfälligen Bürokratieabbau, um den Wirtschaftsstandort nicht weiter
zu schwächen. Insbesondere im Kontext der umstrittenen EU-
Entwaldungsverordnung (EUDR) zieht sich die EU-Kommission trotz
wiederholter Kritik aus der Verantwortung. Bleibt die Verordnung in
ihrer aktuellen Form wird sie zur massiven Bürokratiebelastung für
weite Teile der europäischen Wirtschaft. Vom Waldbesitzer bis zum
Zeitungsverleger, es gibt kaum Bereiche die nicht betroffen sind. Die
eigenen angekündigten Ziele der EU, mindestens 25% der
Berichtspflichten abzubauen, rücken in weite Ferne.
Heute, am 10. September 2025 präsentierte Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen ihre jährliche Rede zur Lage der Union, in der
sie die Prioritäten für die Zukunft darlegte und über das vergangene
Jahr reflektierte. Während die Rede die Stärkung und
Widerstandsfähigkeit Europas, die Ankurbelung der Wirtschaft und die
Förderung von Innovationen und Digitalisierung betonte, bleibt die
Praxis in der Land- und Forstwirtschaft von einer überbordenden
Bürokratie geprägt. Die Land&Forst Betriebe fordern weiterhin einen
dringend notwendigen Bürokratieabbau, um die Wertschöpfung in Europa
nicht zum Erliegen zu bringen.
„Es ist enttäuschend, dass die Rede zur Lage der Union keine
konkreten Maßnahmen zur dringend notwendigen Entlastung von unnötiger
Bürokratie beinhaltete. Die EU hat sich selbst das Ziel gesetzt,
mindestens 25% der Berichtspflichten abzubauen, jedoch war von diesem
Ziel heute keine Rede. Dieses Ziel könnte Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen zum Beispiel mit Erleichterungen bei der
Entwaldungsverordnung schnell erreichen. Stattdessen werden
Marktteilnehmer in Ländern wie Österreich, welche nachweislich kein
Entwaldungsrisiko aufweisen, mit demselben bürokratischen Aufwand
belastet wie je in Ländern mit massivem Waldverlust,“ kritisiert
Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.
Die Land&Forst Betriebe sehen sich in ihrer anhaltenden Kritik
bestätigt, da sowohl der Rat der Landwirtschaftsminister, der EU-
Umweltausschuss mit der Ablehnung der Länder-Risikobewertung für die
Entwaldungsverordnung als auch das EU-Parlament für inhaltliche
Änderungen plädiert. Dies ist bereits ein deutliches Signal an die EU
-Kommission.
„Wir fordern die EU-Kommission eindringlich auf, einen
Realitätscheck vorzunehmen und den Bürokratieabbauvorzunehmen. Bei
der Entwaldungsverordnung braucht es eine eigene Kategorie für Länder
mit vernachlässigbarem Entwaldungsrisiko und eine klare, transparente
Offenlegung der Kriterien, nach denen die Risikoeinstufungen erfolgt
sind!“ so Mylius abschließend.
Zusätzlich kritisch zu bewerten ist, dass Kommissionspräsidentin
von der Leyen in ihrer Rede keinerlei Änderungen beim Mehrjährigen
Finanzrahmen (MFR) angekündigt hat. Zwar wurden zweckgebundene Mittel
für die Landwirtschaft erwähnt, jedoch blieb unerwähnt, dass das
Agrarbudget insgesamt gekürzt wird. Damit droht die Gemeinsame
Agrarpolitik ihre klare finanzielle Verankerung zu verlieren – ein
historischer Bruch mit dem Grundprinzip einer starken europäischen
Landwirtschaft. Die Land&Forst Betriebe Österreich fordern daher eine
eigenständige, transparente und langfristig abgesicherte Finanzierung
der GAP, um Versorgungssicherheit, Umweltleistungen und regionale
Wertschöpfung auch künftig gewährleisten zu können.


