St. Pölten (OTS) – Entwickelt vom Economica Institut im Auftrag der
Wirtschaftskammer NÖ
(WKNÖ) analysiert das Bauwirtschaftsradar quartalsweise die blau-
gelbe Bauwirtschaft.
„Die Daten für das 4te Quartal 2024 bei den Baubewilligungen
zeigen deutlich, dass wir die Talsohle noch nicht durchschritten
haben. Sowohl in Niederösterreich (746 Bewilligungen) als auch in
Österreich (7.132) wurden neue Tiefpunkte erreicht. Allerdings
stimmen für Niederösterreich neue Zahlen vom ersten Quartal 2025 bei
den Baubewilligungen, die steigenden Wohnbaukredite und die Analyse
der sogenannten Baumilliarde des Bundes positiv. Auch die Bauaufträge
lagen im ersten Quartal plus 7 Prozent über dem Vergleichswert 2024“,
kommentieren Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker und NÖ
Landesinnungsmeister Bau Günther Lehner die Ergebnisse des zweiten
Quartals 2025.
Seit Beginn der Auszahlungen wurden vom Bund bereits 128
Millionen Euro aus der „Baumilliarde“ ausgeschüttet. „95,3 Millionen
Euro und damit der Löwenanteil davon flossen in Niederösterreich in
den Neubau“, bestätigt Präsident Ecker. Erst drei weitere
Bundesländer haben Mittel aus der „Baumilliarde“ ausbezahlt bekommen:
Oberösterreich erhielt 10,1 Millionen Euro für Sanierungen, Tirol
bekam 17,3 Millionen für Neubau und Sanierung, Vorarlberg 6,1
Millionen Euro für Neubau.
Wohnbaukredite wieder im Trend
„Dass wir bei der Abschöpfung der Baumilliarde im Bundesvergleich
an der Spitze liegen, federt den Tiefstand bei den Baubewilligungen
und die noch immer vorherrschende schlechte Stimmung etwas ab.
Positiv ist auch die Entwicklung bei den Wohnbaukrediten aufgrund der
Zinssenkungen der EZB. Konkret wurden im April 1.577 neue
Wohnbaukredite vergeben, das sind über 70 Prozent mehr als im
Vorjahresmonat und der höchste Wert seit dem Einbruch im Sommer
2022“, so Lehner. Das Auslaufen der KIM-Verordnung könne zukünftig
diesen Trend unterstützen, wenn diese in der Praxis nicht durch
andere Vorgaben – Stichwort VERA-V – ersetzt wird.
Denn der Bau neuer Gebäude verläuft noch immer schleppend. Die
aktuellsten Zahlen aus 2023 mit 5.667 neu fertiggestellten Gebäuden,
davon 4.205 Wohngebäuden liegt deutlich niedriger als 2022 (6.332)
und ist damit der niedrigste Wert seit 2017 (5.435). WKNÖ-Präsident
Wolfgang Ecker erhofft sich durch einen schnelleren Abbau von
Unternehmenshürden eine Trendwende: „Bürokratie abbauen, Steuern
senken, leistbare Energie sichern – das sind die Grundlagen für
Wettbewerbsfähigkeit. Das ist das Gebot der Stunde, denn ohne starke
Unternehmen kein starker Standort und keine Zukunft.“
Das Online-Dashboard ist unter
https://dashboard.economica.eu/bauwirtschaftsradar/ abrufbar.