Wien (OTS) – Das Statistische Jahrbuch „Migration & Integration“ von
Statistik
Austria und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) liefert
aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zu zentralen integrationsrelevanten
Themenbereichen. Die Publikation bietet eine fundierte Grundlage für
die sachliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten
Entwicklungen in den Bereichen Bevölkerung, Bildung,
Erwerbsbeteiligung, Sozialleistungen sowie Asyl und Zuwanderung.
Zwtl.: Über 2,5 Millionen Menschen: 1 von 4 Personen in Österreich
hat Migrationshintergrund
Im Durchschnitt des Jahres 2024 lebten rund 2,509 Millionen
Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich. Bezogen auf die
Gesamtbevölkerung in Privathaushalten entsprach dies einem Anteil von
27,8 % (2023: 27,2 %). Etwa 1,9 Millionen Menschen gehören der
sogenannten „ersten Generation“ an, sie wurden selbst im Ausland
geboren und sind nach Österreich zugezogen. Die verbleibenden rund
634.000 Personen mit Migrationshintergrund sind in Österreich
geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort („zweite
Generation“). Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund
stieg in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel bzw. 7,4
Prozentpunkte an (2014: 20,4 %, 2024: 27,8 %).
Die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen in Österreich
entsprach Anfang 2025 mit rund 1,9 Millionen Personen einem Anteil
von 20,2 % an der Gesamtbevölkerung. Unter den ausländischen
Staatsangehörigen in Österreich sind weiterhin Deutsche die größte
Gruppe: Am 1. Jänner 2025 lebten rund 239.500 Deutsche in Österreich,
gefolgt von 155.700 rumänischen Staatsangehörigen, 124.800 türkischen
Staatsangehörigen, 122.500 serbischen Staatsangehörigen und 112.400
ungarischen Staatsangehörigen. Auf den Rängen sechs bis zehn finden
sich die Staatsangehörigen von Kroatien, Syrien, Bosnien und
Herzegowina, der Ukraine und Polen. Im Bundesländervergleich ist der
Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Wien (40,9 %) am
höchsten, gefolgt von Vorarlberg (23,6 %), Salzburg (22 %) und Tirol
(21,1 %). Am niedrigsten fällt der Anteil im Burgenland (13,7 %), in
Niederösterreich (14,9 %) und in Kärnten (15,3 %) aus.
Zwtl.: Asylanträge im Jahr 2024 deutlich gesunken
Mit rund 25.400 Asylanträgen suchten 2024 deutlich weniger
Menschen um Asyl in Österreich an als 2023 (59.200), wobei
insbesondere in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Rückgang im
Vergleich zum Vorjahr zu vermerken war. Die meisten Asylanträge
stellten im Jahr 2024 Syrer/innen (13.909), an zweiter und dritter
Stelle befanden sich Staatsangehörige Afghanistans (3.396) und der
Türkei (1.121). Der Rückgang von Asylanträgen geht vor allem auf
weniger Anträge durch syrische, afghanische, türkische und
marokkanische Staatsangehörige zurück, die im Jahr davor deutlich
mehr Anträge gestellt hatten. Bei der Anzahl der 2024 in der
Europäischen Union (EU) gestellten Asylanträge rangiert Österreich an
achter Stelle.
Rund 17.000 Personen wurde 2024 Asyl in Österreich gewährt, das
waren um 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (17.300). Dies entspricht
der zweithöchsten Anzahl an Schutzzuerkennungen seit 2017. Die
meisten Asylgewährungen erhielten Syrer/innen (12.500) vor
Afghan/innen (2.100) und Somalier/innen (630). Zusätzlich wurde 7.800
Personen 2024 subsidiärer Schutz gewährt. Österreich verzeichnete im
Jahr 2023 nach Deutschland (43.300), Griechenland (39.800) und
Frankreich (38.700) die viertmeisten Asylgewährungen in absoluten
Zahlen in der gesamten EU. Vor dem Hintergrund der seit Jahresbeginn
vorübergehend ausgesetzten Asylgewährungen für syrische
Staatsbürger/innen zeichnet sich für das Jahr 2025 bisher ein
deutlicher Rückgang ab.
Zwtl.: Große Unterschiede je nach Herkunftsland bei
Erwerbsbeteiligung und Arbeitslosigkeit / Erwerbstätigkeit bei Frauen
aus Syrien, Afghanistan und dem Irak deutlich gesunken
Die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund
war 2024 mit 69 % um rund 7 Prozentpunkte geringer als jene der
erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (76,4 %). Bei
Personen aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak war die
Erwerbstätigenquote im Jahr 2024 mit 44,1 % am geringsten. Besonders
niedrig war die Erwerbstätigkeit bei Frauen aus Afghanistan, Syrien
bzw. dem Irak mit 24,3 % – im Vergleich zum Jahr 2023 (32,3 %) ist
diese um 8 Prozentpunkte deutlich gesunken. Bei Männern aus den
genannten Ländern lag die Erwerbstätigkeit bei 55,9 %.
Auch die Arbeitslosenquote unterschied sich 2024 deutlich
zwischen den Herkunftsgruppen: Mit 5,7 % fiel die Arbeitslosigkeit
unter Österreicher/innen geringer aus als unter ausländischen
Staatsangehörigen (10,5 %). Im Vergleich zu 2023 ist die
Arbeitslosenquote unter Österreicher/innen um 0,4% gestiegen, während
sie unter ausländischen Staatsangehörigen um 0,9 % gestiegen ist. Die
höchste Arbeitslosenquote wiesen 2024 mit 31,3 % wiederum Personen
aus Afghanistan, Syrien und dem Irak auf. Die Zahl der Personen in
Schulungsmaßnahmen ist im Vergleich zu 2023 um 7,1 % gestiegen – von
70.500 auf 75.000. Dabei fällt der Anstieg unter Nicht-
Österreicher/innen mit +10 % (auf 40.500) deutlich stärker aus als
unter Österreicher/innen mit +3,8 % (auf 35.000). Die größte Zunahme
wurde bei Personen mit afghanischer, syrischer und irakischer
Staatsangehörigkeit verzeichnet – hier stieg die Anzahl der
Teilnehmer/innen um 14,8 % auf 16.400.
Im Jahr 2023 (letztverfügbare Daten) erhielten 197.000 Personen
in Österreich Sozialhilfe oder Mindestsicherung, wobei mit 40,7 %
beinahe so viele Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte Sozialhilfe
oder Mindestsicherung bezogen wie Österreicher/innen (41,3 %). 7 %
der Bezieher/innen waren Bürger/innen aus der EU, EFTA bzw. dem
Vereinigten Königreich, 11 % entfielen auf Drittstaatsangehörige (
ohne Asylstatus).
Zwtl.: 2 von 3 Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten mit Zuerkennung
im Jahr 2024 wiesen Alphabetisierungsbedarf auf
Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Österreich
unterscheiden sich im Bildungsstand von österreichischen
Staatsbürger/innen: Sie sind überdurchschnittlich häufig in den
niedrigsten und höchsten Bildungssegmenten vertreten, während sie im
mittleren Fachkräftesegment vergleichsweise unterrepräsentiert sind.
Das Bildungsniveau ausländischer Staatsangehöriger im erwerbsfähigen
Alter (25–64 Jahre) ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich
gestiegen: Der Anteil jener mit maximal Pflichtschulabschluss sank
von 38 % im Jahr 2004 auf 22 % im Jahr 2024. Gleichzeitig stieg der
Anteil der Akademiker/innen von 15 % auf 29 %. Deutlich niedriger ist
hingegen das Bildungsniveau bei Asyl- und subsidiär
Schutzberechtigten, die im Jahr 2024 anerkannt wurden: Zwei Drittel
von ihnen wiesen Alphabetisierungsbedarf auf, fast die Hälfte (44 %)
davon auch in ihrer Herkunftssprache.
Zwtl.: Anteil von Schüler/innen mit nicht-deutscher Erstsprache
steigt weiter
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit nicht-deutscher
Erstsprache ist in den letzten zehn Jahren von 21 % auf 26,4 %
angestiegen. Am höchsten fiel der Anteil der Schüler/innen mit nicht-
deutscher Erstsprache im Schuljahr 2023/24 insbesondere in der
Sonderschule (44,1 %), in der Polytechnischen Schule (40,0 %) und in
der Mittelschule (34,6 %) aus. Am geringsten war dieser in der
Berufsschule (11,3 %), der BHS (17,4 %) und der AHS-Unterstufe (19,4
%). Schüler/innen mit nicht-deutscher Erstsprache verlassen das
Schulsystem zudem häufiger ohne Pflichtschulabschluss als
Schüler/innen mit Deutsch als Erstsprache: 9 % der Schüler/innen mit
nicht-deutscher Erstsprache, die zu Beginn des Schuljahres 2020/21
bereits 14 Jahre alt waren, hatten zwei Jahre später die
Pflichtschule noch nicht abgeschlossen. Bei Schüler/innen mit Deutsch
als Erstsprache waren es 3 %.
Zwtl.: ÖIF-Publikationen zum Herunterladen
Das neue Statistische Jahrbuch „Migration & Integration“ von
Statistik Austria und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF)
und weitere Zahlen, Daten und Fakten zu Migration und Integration in
Österreich finden Sie auf der ÖIF-Website .