Zentralverband Spedition & Logistik begrüßt die von Minister Hanke vorgestellte Logistikstandortstrategie

Wien (OTS) – Der Zentralverband Spedition & Logistik begrüßt die
Ergebnisse des
von Bundesminister Peter Hanke initiierten Stakeholder-Prozesses zur
Weiterentwicklung des Logistikstandortes Österreich ausdrücklich. Der
Zentralverband hatte einen solchen strukturierten Dialogprozess
bereits seit längerem gefordert und sich aktiv und umfassend in die
Erarbeitung eingebracht.

„Der von uns geforderte und von Bundesminister Hanke eingelöste
Stakeholder-Prozess war ein wichtiger Schritt. Die Branche hat sich
intensiv eingebracht und umfangreiche Vorschläge vorgelegt. Gemeinsam
mit anderen Stakeholdern liegen nun konkrete Problembeschreibungen,
Analysen und zahlreiche Lösungsansätze am Tisch. Die
Herausforderungen sind bekannt, die Maßnahmen identifiziert. Jetzt
kommt es darauf an, dass aus Analysen und Maßnahmenlisten konkrete
Umsetzungen werden“, erklärt Alexander Friesz, Präsident des
Zentralverbandes Spedition & Logistik.

Die Identifikation von rund 100 prioritären Maßnahmen zeigt, dass
die zentralen Herausforderungen des Logistikstandortes erkannt
wurden. Nun braucht es jedoch eine klare Governance-Struktur, ein
konsequentes Monitoring und einen verbindlichen Umsetzungsfahrplan.

„Aus unserer Sicht sollte nun rasch ein Steering Committee unter
Federführung des Bundesministers eingerichtet werden. Dieses sollte
die Umsetzung koordinieren, Prioritäten festlegen und insbesondere
die dringendsten Maßnahmen unmittelbar auf den Weg bringen. Andere
Themen können selbstverständlich in den Arbeitsgruppen weiter
vertieft werden. Entscheidend ist jedoch, akute Probleme des
Logistikstandortes sofort in Angriff zu nehmen“, so Friesz.

Zwtl.: Als zentrale Schwerpunkte der weiteren Arbeit sieht der
Zentralverband insbesondere:

· Koordinierte Planung von Infrastrukturmaßnahmen im Straßen-,
Schienen- und kombinierten Güterverkehr,
· Technologieoffene Dekarbonisierung des Güterverkehrs einschließlich
des Aufbaus der notwendigen Lade- und Tankinfrastruktur (dazu zählt
auch die gesonderte Förderung von Wasserstoff-LKW und die rasche
Umsetzung eines Basistankstellennetz),
· Effiziente Genehmigungs- und Planungsverfahren,
· Sicherung logistikrelevanter Flächen und stärkere Einbindung der
Energiewirtschaft,
· Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Standort Österreich,
insbesondere bei LKW-Fahrverboten, LKW-
Geschwindigkeitsbeschränkungen, der LKW-Maut sowie bei Längen und
Maßen von Fahrzeugen.

Neben den langfristigen Projekten gibt es auch eine Reihe von
Maßnahmen, die kurzfristig und mit vergleichsweise geringem Aufwand
umgesetzt werden könnten.

„Ein gutes Beispiel ist die frühzeitige Bekanntgabe der LKW-
Mauttarife. Die derzeit sehr späte Veröffentlichung erschwert die
Kalkulation gegenüber Kunden erheblich. Hier könnte rasch mehr
Planungssicherheit geschaffen werden. Solche Quick Wins sollten jetzt
konsequent umgesetzt werden“, betont Friesz.

Zwtl.: Großen Handlungsbedarf sieht die Branche auch bei der
Dekarbonisierung des Güterverkehrs.

„Die Transformation wird nur gelingen, wenn Unternehmen
langfristig planen können. Dafür braucht es verlässliche und adäquat
dotierte Förderinstrumente wie eMove Austria, ENIN und LADIN für
Fahrzeuge und Infrastruktur sowie einen konkreten Fahrplan für den
Ausbau der Energie-, Lade- und Tankinfrastruktur. Gerade hier besteht
weiterhin erheblicher Handlungsbedarf“, ergänzt Oliver Wagner,
Geschäftsführer des Zentralverbandes Spedition & Logistik.

Zwtl.: Besonders wichtig ist nun ein transparentes Monitoring der
Umsetzung.

„Es muss klar nachvollziehbar sein, welche Maßnahmen bis wann
umgesetzt werden sollen und wo der aktuelle Umsetzungsstand liegt.
Die Strategie wird letztlich nicht an der Zahl der Workshops,
Arbeitsgruppen oder Maßnahmenkataloge gemessen werden, sondern daran,
wie viele Verbesserungen tatsächlich umgesetzt werden. Daran wird
sich auch der Erfolg des gesamten Prozesses messen lassen.“

Die österreichische Logistikbranche beschäftigt rund 250.000
Menschen und erwirtschaftet jährlich mehr als 20 Milliarden Euro
Wertschöpfung. Sie sichert die Versorgung von Industrie, Handel und
Bevölkerung und zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für
Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Wachstum.

„Die Logistik-Standortstrategie bietet die Chance, gemeinsam mit
Wirtschaft, Experten und Politik konkrete Verbesserungen für den
Standort Österreich zu erreichen. Die Herausforderungen sind bekannt,
die Lösungsansätze liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es den Mut,
Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und die Umsetzung
konsequent voranzutreiben“, so Friesz abschließend.