Welt-MS-Tag: Moderne Therapieangebote im Wiener Gesundheitsverbund

Wien (OTS) – Multiple Sklerose (MS) zählt zu den häufigsten
chronisch-
entzündlichen neurologischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen,
13.500 Menschen sind in Österreich aktuell davon betroffen. Dank
moderner Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten kann der
Krankheitsverlauf heute deutlich besser beeinflusst und die
Lebensqualität vieler Patient*innen langfristig erhalten werden. In
den neurologischen Ambulanzen des Wiener Gesundheitsverbundes werden
MS-Patient*innen nach aktuellen wissenschaftlichen Standards
umfassend betreut. Zusätzlich bieten spezialisierte Ambulanzen
individuelle Therapiekonzepte, interdisziplinäre Begleitung sowie
moderne Verlaufsdiagnostik – insbesondere für Patient*innen mit
komplexen oder hochaktiven Krankheitsverläufen. 2025 wurden insgesamt
3.068 Patient*innen mit MS in den Kliniken des Wiener
Gesundheitsverbundes behandelt.

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des
Nervensystems, bei der das Immunsystem irrtümlich körpereigene
Strukturen in Gehirn und Rückenmark angreift. Meist wird die
Erkrankung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert, Frauen
sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Symptome können sehr
unterschiedlich ausfallen – von Sehstörungen über
Gleichgewichtsprobleme bis hin zu Lähmungserscheinungen und starker
Müdigkeit. Aufgrund der Vielfalt und Unvorhersehbarkeit der
Beschwerden wird MS auch als „Krankheit der 1.000 Gesichter“
bezeichnet. Da MS häufig in einer noch jüngeren und aktiven
Lebensphase auftritt, stellt die Diagnose für Betroffene und
Angehörige oft eine große persönliche und berufliche Herausforderung
dar.

Zwtl.: Frühe Diagnose verbessert Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnose erfolgt anhand neurologischer Untersuchungen,
Magnetresonanztomografie (MRT) sowie weiterer spezieller
Untersuchungen wie einer Analyse des Nervenwassers. Durch
Fortschritte in der Diagnostik kann MS heute deutlich früher erkannt
werden als noch vor einigen Jahren.

„Eine frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn sind
entscheidend, um die Symptome gering zu halten und bleibende
Einschränkungen möglichst zu verhindern. Die Behandlung von MS-
Erkrankungen sollte immer in zertifizierten MS-Zentren erfolgen. In
unserer Spezialambulanz entwickeln wir für alle Patient*innen ein
individuell abgestimmtes Therapiekonzept – orientiert an
Krankheitsverlauf, Lebenssituation und persönlichen Bedürfnissen,“
erklärt Peter Thun, Oberarzt und Leiter der Multiple-Sklerose
Ambulanz in der Klinik Ottakring.

Zwtl.: Moderne Therapien bremsen Krankheitsverlauf

Eine Heilung von MS ist derzeit zwar nicht möglich, die
Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten
jedoch stark verbessert. Ziel moderner Therapien ist es,
Entzündungsschübe zu verhindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu
bremsen und Beschwerden im Alltag zu lindern. Akute Schübe werden
meist kurzfristig mit Kortison behandelt. Langfristig kommen
sogenannte verlaufsmodifizierende Therapien zum Einsatz, die gezielt
in das Immunsystem eingreifen. Dabei wird abhängig von Wirksamkeit,
Sicherheit und Verträglichkeit entschieden, welche Therapieform am
besten für die jeweiligen Patient*innen geeignet ist. So kann der
weitere Krankheitsverlauf oft über viele Jahre aufgehalten werden.

„Unser Ziel ist es, die Krankheitsaktivität möglichst früh unter
Kontrolle zu bringen und bleibende neurologische Schäden zu
verhindern oder so gering wie möglich zu halten. Deshalb setzen wir
heute oft bereits zu Beginn auf eine intensive und teilweise auch
‚aggressive‘ Therapie. Moderne Medikamente können Entzündungsschübe
deutlich reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung bremsen.
Gleichzeitig achten wir sehr genau darauf, Nutzen und mögliche
Auswirkungen auf das Immunsystem individuell abzuwägen“, betont Thun.

Neben medikamentösen Therapien spielen auch Physio-, Ergo- und
Logopädie sowie psychologische Unterstützung eine wichtige Rolle in
der Betreuung von MS-Patient*innen.

Zwtl.: Neurologische und MS-Spezialambulanzen im Wiener
Gesundheitsverbund

Klinik Donaustadt

Klinik Favoriten

Klinik Floridsdorf

Klinik Hietzing

Klinik Landstraße

Klinik Ottakring

AKH/MedUni Wien