Urbane Innovation im Fokus: Bund-Pionierstadt-Gespräch zur Zukunft der österreichischen Städte

Wien (OTS) – Städten und Gemeinden kommt auf dem Weg zur
Klimaneutralität eine
Schlüsselrolle zu: Rund 80 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs
entfallen auf urbane Räume, zugleich entstehen dort etwa drei Viertel
der globalen CO₂-Emissionen. Mit der Mission „Klimaneutrale Stadt“
unterstützen das Innovationsministerium (BMIMI) und der Klima- und
Energiefonds österreichische Städte dabei, ihre Zukunft aktiv zu
gestalten. Die Initiative fördert technische, sozial-ökologische und
wirtschaftliche Innovationen, die Städte im Transformationsprozess
hin zur Klimaneutralität und zur Anpassung an den Klimawandel
entscheidend voranbringen. Die zehn österreichischen
Pioniergroßstädte stehen dabei im Zentrum dieser Entwicklung: Sie
repräsentieren die Interessen und Bedürfnisse von mehr als einem
Drittel der österreichischen Bevölkerung und entwickeln Lösungen, von
denen langfristig alle Städte und Gemeinden profitieren können.

Beim gestrigen Bund-Pionierstadt-Gespräch kamen die politischen
Vertreter:innen der zehn österreichischen Pioniergroßstädte mit
Sektionschefin Henriette Spyra, Bundesministerium für Innovation,
Mobilität und Infrastruktur, zusammen. Ziel des Treffens ist ein
Austausch auf höchster Ebene zwischen Bund und Städten über zentrale
Rahmenbedingungen, konkrete Herausforderungen und
umsetzungsorientierte Lösungen für die nachhaltige Entwicklung der
österreichischen Städte. Im Mittelpunkt standen Themen wie
klimaneutrale Energieversorgung und Mobilität, regionale
Wertschöpfung, Versorgungssicherheit sowie Maßnahmen zur Anpassung an
den Klimawandel, um die Lebensqualität in den Städten langfristig zu
sichern und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Österreich zu
stärken. Ein wesentliches Element des Treffens war auch der Austausch
der Städte untereinander: Die Pionierstädte teilten Erfahrungen aus
ihren Projekten, lernten voneinander und entwickelten gemeinsam
Lösungen, die auch anderen Gemeinden zugutekommen können.

Innovationsminister Peter Hanke : “Unsere Städte sind zentrale
Partner auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die aktuellen Krisen zeigen
erneut, wie wichtig eine sichere und unabhängige Energieversorgung
ist. Die Pionierstädte leisten hier Pionierarbeit: Sie setzen auf
erneuerbare Energie, stärken regionale Wertschöpfung und machen ihre
Städte widerstandsfähiger gegenüber globalen Entwicklungen. Daher ist
mir der Austausch wichtig. Das Bund-Pionierstadt-Gespräch schafft
Raum für direkte Gespräche auf Augenhöhe: zwischen Bund und Städten,
aber auch zwischen den Städten selbst. Denn viele Lösungen entstehen
dort, wo Städte voneinander lernen und gemeinsam neue Wege gehen.”

Sektionschefin Henriette Spyra : “Bei den gestrigen Gesprächen
wurde eindrucksvoll deutlich, wie intensiv Österreichs
Pioniergroßstädte für ihr Ziel, klimaneutral zu werden, arbeiten. Das
beweist einmal mehr, dass der Transformationsprozess im vollen Gange
ist und von den Städten aktiv gestaltet wird. In Österreich gehen
Innovationskraft und Umsetzungsstärke Hand in Hand. Lebensqualität,
leistbare Energie und saubere Mobilität stehen ganz oben auf der
Agenda der Städte. Der Austausch im Rahmen der Teilnahme an der
Mission Klimaneutrale Stadt ist besonders wertvoll, um voneinander zu
lernen, sich auf Augenhöhe zu Herausforderungen auszutauschen und
gemeinsam mit Mut voranzugehen.”

Pionierstädte setzen neue Standards

Die zehn österreichischen Städte Wien, Graz, Innsbruck, Linz,
Salzburg, Klagenfurt, Villach, St. Pölten, Dornbirn und Wiener
Neustadt haben eine Partnerschaft mit dem BMIMI geschlossen. Als
Pionierstädte richten sie ihre Verwaltungsstrukturen konsequent auf
Klimaneutralität aus, bauen Kapazitäten für die Umsetzung auf,
entwickeln klimafitte Stadtquartiere und schaffen Lernumgebungen, von
denen andere Gemeinden profitieren können. Die innovativen
Umsetzungsmaßnahmen in den Pioniergroßstädten setzen neue Standards
und erhöhen so die lokale Innovationskraft, treiben technologische
Entwicklung voran und sichern somit langfristig die
Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich.
Gleichzeitig reduzieren sie ihre Abhängigkeit von Importen fossiler
Energie, von Gütern und Rohstoffen, schaffen Arbeitsplätze in
zukunftsträchtigen Branchen und steigern die heimische Wertschöpfung.
Damit sichern sie Wohlstand und Investitionen im Inland – heute und
für kommende Generationen. Die Forschungs- und Entwicklungsprogramme
des Bundes spielen dabei bereits jetzt eine zentrale Rolle.

Bund-Pionierstadt-Gespräch: Kooperation stärken – Austausch
fördern

Das Bund-Pionierstadt-Gespräch dient in diesem Kontext als
wirkungsvolles Instrument zur strategischen Weiterentwicklung urbaner
Innovation auf höchster Entscheidungsebene. Das exklusive High-Level-
Format bietet Bürgermeister:innen, Vizebürgermeister:innen sowie
Stadträt:innen der Pionierstädte die Möglichkeit zum direkten
Austausch mit Sektionschefin Henriette Spyra, Bernd Vogl,
Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, sowie zuständigen
Fachreferent:innen. Im Mittelpunkt stehen die partnerschaftliche
Zusammenarbeit sowie die konkreten Bedarfe und Anliegen der Städte
auf dem Weg zur Erreichung der Pionierstadtziele. Ergänzend zum
persönlichen Austausch wird ein auf Fachebene erarbeitetes
Positionspapier der Städte an den Bund übergeben, das zentrale
Anliegen bündelt.

Bernd Vogl , Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds: “Die
Pionierstädte zeigen, wie der Umstieg auf erneuerbare Energieträger
und die Anpassung an den Klimawandel in der Praxis funktionieren
kann. Sie testen neue Lösungen, bauen Wissen auf und schaffen
Modelle, die auch für andere Städte nutzbar sind. Genau dieser
Austausch – zwischen Städten, mit dem Bund und mit Expert:innen –
macht die Mission so wirkungsvoll. So entstehen Lösungen, die sowohl
dem Klima als auch der regionalen Wirtschaft und der Lebensqualität
der Menschen zugutekommen.”

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zur Mission „Klimaneutrale Stadt“:
https://klimaneutralestadt.at/de/mission/

Detailinformationen zu den teilnehmenden Städten:
https://klimaneutralestadt.at/de/initiativen/pionierstaedte/

Informationen zu Pionier-Kleinstädten: www.orte-von-morgen.at

Stimmen aus den Pionierstädten

St. Pölten

St. Pölten hat durch den Pionierstadtprozess einen eigenen
Geschäftsbereich für Klimaagenden gegründet. Eines der Herzstücke
seiner Arbeit ist die Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) EnergieRegion
St. Pölten, die mittlerweile das gesamte Stadtgebiet umfasst und auch
Bürger:innen aus der Region eine aktive Teilnahme ermöglicht. Neben
PV-Strom können Wind- und Wasserkraft über die BEG bezogen werden, um
Nacht- und Winterlücken der Energieversorgung zu schließen. „Mit dem
Pionierstadtprozess wurden wichtige Schritte zur Beschleunigung der
Energiewende gesetzt. Nicht nur die Energiegemeinschaft, sondern auch
die neue städtische PV-Freiflächenanlage mit Batteriespeichern
leistet wichtige Beiträge, um den CO₂-Ausstoß in der Stadt zu
reduzieren und die Energiesicherheit zu stärken“ , betont
Bürgermeister Matthias Stadler.

Dornbirn
Die Stadt Dornbirn arbeitet als Pionierstadt der Mission
Klimaneutrale Stadt intensiv an konkreten Lösungen für eine
klimafitte Stadtentwicklung. Schwerpunkte liegen unter anderem auf
Kreislaufwirtschaft sowie der schrittweisen Umstellung kommunaler
Mobilitätssysteme auf emissionsfreie Antriebe – etwa beim Stadtbus
oder bei kommunalen Servicefahrzeugen. Ziel ist es,
Klimaschutzmaßnahmen mit einer hohen Lebensqualität für die
Bevölkerung zu verbinden und gleichzeitig praxisnahe Modelle für
andere Städte zu entwickeln.

Graz
Die Finanzierungspartnerschaft ermöglicht der Stadt Graz, für fünf
Jahre acht zusätzliche Mitarbeiter:innen in der Verwaltung
einzusetzen, um die Klimaarbeit gezielt zu verstärken. Damit wird der
Grazer Klimaschutzplan mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040
vorangetrieben. Projekte wie der Klima-Pakt #bindabei, das Klimalicht
oder die Vorbereitung klimaneutraler Quartiere konnten dadurch
gestartet bzw. ausgebaut werden. Zudem stärkt der enge Austausch mit
dem Bund die Transformation und erleichtert den Zugang zu
Fördermitteln. „Der Weg zur klimaneutralen Stadt ist eine gemeinsame
Aufgabe. Die Partnerschaft mit dem Bund hilft uns in Graz Projekte
schneller umzusetzen und zusätzliche Mittel für den Klimaschutz in
unsere Stadt zu holen“, sagt Vizebürgermeisterin Judith Schwentner.

Wiener Neustadt
Die Klassifizierung als Pionierstadt war und ist für Wiener Neustadt
ein wichtiger Schritt, um Klimaschutz und Klimawandelanpassung
konsequent in der Stadtentwicklung zu verankern. Bereits heute
konnten wesentliche Meilensteine erreicht werden: So wurde der
gesamte Themenkomplex strukturell in der Stabsstelle
Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt, Klima und Energie verankert.
Gleichzeitig wird der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen
und Freiflächen konsequent vorangetrieben, etwa bei der Aqua Nova
oder auf der Gleisschotterdeponie. Zudem wurden Brachflächen
identifiziert, die künftig gemeinsam mit Bauträgern zu klimaneutralen
Stadtquartieren entwickelt werden.

Linz
Die Pionierstadt-Initiative stärkt in Linz die Zusammenarbeit von
Magistrat, GWG und LINZ AG auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Mit
dem Aufbau eines gesamtstädtischen Treibhausgasmonitorings und dem
ersten Bericht 2025 wurde eine zentrale Grundlage geschaffen.
Gleichzeitig werden klimaneutrale Bau- und Sanierungsstandards im
Wohnbau entwickelt und im Franckviertel die Energieversorgung
schrittweise von Gas auf Fernwärme bzw. Strom umgestellt. „Wir setzen
in Linz konkrete Maßnahmen für eine klimaneutrale Zukunft und treiben
die Umsetzung konsequent voran“ , betont Bürgermeister Dietmar
Prammer.

Klagenfurt
Die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee verfolgt mit ihrer
Smart City Klimastrategie und der Teilnahme an der EU-Cities Mission
das Ziel der bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 sowie eine
vollständige Klimaneutralität bis zum Jahr 2040. Dazu werden
ambitionierte Projekte umgesetzt und die Bevölkerung aktiv mit
eingebunden. Vor allem mit dem eigens eingerichteten Smart Climate
Lab, dem Bürger:innenbüro für Nachhaltigkeitsthemen, wird
Partizipation und Teilhabe in Sachen Klimaschutz und
Klimawandelanpassung gefördert. Vizebürgermeister Patrick Jonke:
“Besonders stolz sind wir auf die Aktivitäten in unserem lokalen
Klimaschutznetzwerk im Smart Climate Lab. Wir haben bereits mit über
40 Unternehmen Klimaschutzverträge abgeschlossen. Ein klares
Bekenntnis, für einen lebenswerten und nachhaltigen
Wirtschaftsstandort Klagenfurt.”

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