Wien (OTS) – Nach einem für die von der Kultur-, Medien und
Sportgewerkschaft in
der younion vertretenen Belegschaften unerquicklichen Ergebnis im
diese Woche vom SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer vorgestellten
Doppelbudget 2027 und 2028 setzt es innerhalb weniger Tage die
nächste Niederlage für den zuständigen SPÖ-Medienminister Andreas
Babler. „Wir beglückwünschen den vom Stiftungsrat gewählten nächsten
Generaldirektor Clemens Pig, freuen uns auf gute Zusammenarbeit und
wünschen uns mit ihm einen neuen Morgen für den zuletzt gebeutelten
Medienleitbetrieb ORF mit seiner verunsicherten Belegschaft“,
gratuliert der Vorsitzende der FCG -younion Wien Markus Tiller heute.
An die Adresse des Medienministers stellt er jedoch wenig
überraschend fest: „Clemens Pig ist keine Frau an der Spitze des ORF,
Herr Babler!“
Im März wurde Babler medial zitiert, es würde es dem ORF und der
Gesellschaft guttun, wenn künftig eine Frau an der Spitze stehe. „Wir
müssen als Gesellschaft Sexismus und der strukturellen
Benachteiligung von Frauen entschieden entgegenwirken. Das gilt auch
und insbesondere für den ORF“ , so der Medienminister noch vor drei
Monaten. Auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner von seiner SPÖ
schloss sich dem Wunsch nach einer Frau an der ORF-Spitze an.
„Was von solchen Versprechungen zu halten ist, das sehen wir
heute Morgen nachdem sich der nächtliche Staub am Küniglberg gelegt
hat. Auch die der SPÖ zurechenbaren Stiftungsräte haben mehrheitlich
für Männer an der Spitze des ORF gestimmt, die beiden Kandidatinnen
erhielten im Finale nur 4 von 35 Stimmen im Stiftungsrat.“,
konstatierte Tiller. Frauenförderung im 21. Jahrhundert sieht anders
aus.
Diese „Babler-Lücke“ zwischen Ankündigungen und Umsetzung lässt
für die anstehende Reform des ORF und die Neuaufstellung der
Qualitätsjournalismusförderung wie auch für die heimische Kunst und
Kultur wenig erwarten, und das in Zeiten harter Sparschnitte auch auf
Landesebene. Zuletzt hat die SPÖ-Wien mit dem Zwang zur Ein-Jahres-
Förderung die kommunale Theaterkunst zur Kurzatmigkeit verdonnert und
ihre eigene Theaterreform von 2003 des damaligen SPÖ-Kulturstadtrat
Andreas Mailath-Pokorny ausgehebelt.
„Auch die über 1.100 Arbeitslosen allein im Bereich Journalismus
wollen nicht länger warten und haben sich Besseres verdient“,
kritisiert Tiller. „Weniger Budgetmittel und Möglichkeiten für den
heimischen Medienmarkt bedeuten weniger Qualitätsjournalismus
hierzulande, eine Schwächung der Vierten Gewalt und damit der
Demokratie in Österreich. „Die Stärkung medialer Resilienz in
turbulenten Zeiten muss uns allen weiter ein Anliegen sein, ebenso
wie zeitgemäße Frauenförderung im Bereich Kunst, Kultur und Medien“,
appelliert der Vorsitzende der FCG -younion Wien abschließend.

