Österreichs Seilbahnen feiern Top-Ergebnis in der Jubiläums-Saison

Wien (OTS) – Auf ein erfreuliches Ergebnis blicken Österreichs
Seilbahnen zum Ende
der Wintersaison in den meisten heimischen Skigebieten zurück.
Parallel zum 100-jährigen Jubiläum verzeichnen die Unternehmen eine
Saison, die zumindest an die letzten Saisonen vor Corona anschließt,
diese wahrscheinlich aber sogar übertrifft. Einen wesentlichen
Beitrag zur Erfolgsbilanz lieferte dabei auch der frühe Saisonstart
dank technischer Beschneiung. Diese sicherte insgesamt 1,2 Milliarden
Euro an Wertschöpfung und rund 8,7 Millionen Nächtigungen.

Die aktuelle Hochrechnung für die vergangene Wintersaison 2025/26
ergibt einen Wert von rund 54 Millionen Ersteintritten – und somit
einen der besten Winter aller Zeiten für die österreichischen
Seilbahnen. „Wir liegen damit ca. vier Prozent über dem Wert des
letztjährigen Winters“ freut sich Franz Hörl, Obmann des
Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der
Wirtschaftskammer. Bis Ende Jänner lag die Branche um fast sechs
Prozent über dem Vorjahr und erreichte das Rekordniveau des Winters
2019/20. Im Februar konnte die Bilanz nicht ganz gehalten werden,
auch wenn immer noch ein Plus von mehr als zwei Prozent zu Buche
steht. Einzig der März mit einem Minus von 6,6 Prozent sorgte für
einen leichten Dämpfer mit Blick auf die Nachsaison.

Wesentlichen Anteil für den Erfolg hatte auch die hohe Abdeckung
der Skigebiete mit neuester energieeffizienter
Beschneiungstechnologie. Auch eine aktuelle Analyse von MANOVA
bestätigt dies: Die wirtschaftliche Bedeutung der frühen Wintersaison
wird häufig unterschätzt – dabei hängen Millionen Nächtigungen und
Milliardenumsätze direkt an der Schneesicherheit. Die Wintersaison
beginnt wirtschaftlich längst nicht erst im Jänner, sondern bereits
im November und Dezember. Allein in diesen beiden Monaten wurden 2025
in Österreichs Bergregionen rund 12,2 Millionen Nächtigungen (davon
8,7 Millionen durch Skifahrerinnen und Skifahrer) erzielt – ein
Spitzenwert im Mehrjahresvergleich.

Frühe Saison sichert 1,2 Milliarden Euro an Nettowertschöpfung in
den Regionen

Gleichzeitig zeigt die Analyse deutlich, wie stark diese
Nachfrage an den alpinen Wintersport gekoppelt ist: Rund 71 % der
Gäste reisen in dieser Phase primär für alpinen Wintersport (
Skifahren, Snowboarden, Freeriden) an. Schneesicherheit auf den
Pisten zählt dabei zu den wichtigsten Entscheidungskriterien bei der
Wahl eines Skigebiets – ohne entsprechende Bedingungen bleibt ein
Großteil der Gäste aus. Ohne technische Beschneiung wären große Teile
dieses frühen Saisongeschäfts nicht realisierbar gewesen. Konkret
hätten rund 8,7 Millionen Nächtigungen und 10,4 Millionen Skitage
gefehlt. Die wirtschaftlichen Folgen wären massiv: Bei
durchschnittlichen Ausgaben von 264 Euro pro Skitag hätte dies zu
einem Bruttoumsatzverlust von rund 2,74 Milliarden Euro geführt.
Besonders betroffen wären Beherbergung (rund 940 Millionen Euro),
Seilbahnen (460 Millionen Euro), Mobilität (400 Millionen Euro) sowie
Gastronomie (380 Millionen Euro).

Die Auswirkungen reichen jedoch weit über den Tourismus hinaus.
Insgesamt hätte ein Wegfall der frühen Saison eine Nettowertschöpfung
von rund 1,19 Milliarden Euro gekostet, begleitet von Steuerausfällen
in Höhe von etwa 380 Millionen Euro. Damit wird deutlich: Technische
Beschneiung ist kein Zusatzangebot, sondern eine zentrale
Voraussetzung für einen funktionierenden Saisonstart – und damit für
Stabilität, Beschäftigung und Wertschöpfung in ganzen Regionen.

100 Jahre Seilbahnen: Lebensader für Regionen und Wirtschaft

Im Rahmen der Seilbahntagung feierte die Branche zugleich ihr 100
-jähriges Bestehen, das mit dem Bau der Tiroler Zugspitzbahn und der
Rax-Seilbahn 1926 ihren Anfang nahm. Zugleich feiert auch die
Qualitätsmarke „Beste Österreichische Sommerseilbahnen“ des
Fachverbandes ihr 25-jähriges Bestehen. „Was 1926 als technisches
Pionierprojekt begann, hat zu einem zentralen Motor für
Wertschöpfung, Beschäftigung und regionaler Entwicklung in Österreich
geführt“, so Fachverbands-Geschäftsführer Erik Wolf. Seit der ersten
Seilbahn im Jahr 1926 haben sich alpine Regionen grundlegend
verändert. „Was einst von Isolation, Abwanderung und wirtschaftlicher
Perspektivlosigkeit geprägt war, entwickelte sich zu lebendigen
Lebens- und Wirtschaftsräumen. Seilbahnen verbinden nicht nur Orte,
sondern schaffen Identität und Zukunft: Wo sie entstanden sind, sind
Betriebe gewachsen, Familien geblieben und ganze Regionen aufgeblüht.
Damit sind sie weit mehr als Infrastruktur – sie sind eine zentrale
Voraussetzung für Lebensqualität im ländlichen Raum“, so Erik Wolf.
Heute zeigt sich ihre wirtschaftliche Bedeutung deutlicher denn je:
Rund 54 Millionen Nächtigungen und deutlich über 50 Millionen Skier
Days pro Winter sowie eine Wertschöpfung von etwa 6,7 Milliarden Euro
im Winter sind unmittelbar mit der Branche verbunden. Insgesamt
hängen 128.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an den Seilbahnen.
Ihre Wirkung geht dabei weit über den Tourismus hinaus – jeder
investierte Euro löst ein Vielfaches an regionaler Wertschöpfung aus.
„Damit sind Seilbahnen nicht nur Rückgrat des Wintertourismus,
sondern eine tragende Säule für Beschäftigung, regionale Stabilität
und wirtschaftliche Entwicklung in Österreich“, so Wolf. Diese
immense Bedeutung unterstreicht auch Fachverbandsobmann Franz Hörl:
„100 Jahre Seilbahnen in Österreich stehen für mehr als
Technikgeschichte. Sie erzählen von Mut, Innovation und dem Willen,
Räume zu verbinden – wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell!“

Präsentiert wurden auch erste Details zur Kampagne rund um das
Jubiläum. „Die Branche feiert gemeinsam mit den Jubilaren. Dies
möchten wir auch dazu nützen, die Emotion Seilbahn zu vermitteln,
sachlich über die Branche zu informieren und vor allem gemeinsam mit
den Kundinnen und Kunden zu feiern“, so Geschäftsführer Erik Wolf.
Neben der Jubiläums-Website 100jahreseilbahnen.at und einer Social-
Media-Kampagne werden Österreichs Seilbahnen in den kommenden Monaten
auch im öffentlichen Raum sichtbar werden. „Ergänzt wird die Kampagne
von einem in der Branche einzigartigen Gewinnspiel, bei dem die
Bevölkerung auch die Chance für einen ganz besonderen Jubiläumspreis
bekommen wird“, so Wolf.

Und auch Moderatorin Alexandra Meissnitzer, unter anderem Olympia
-Goldmedaillengewinnerin, zweifache Weltmeisterin und
Gesamtweltcupsiegerin, fand im Rahmen der Seilbahntagung lobende
Worte für die Branche. „Über viele Jahre hinweg war ich international
im Skisport unterwegs und habe unterschiedlichste
Wintersportdestinationen erlebt – von Nordamerika bis Asien.
Österreich nimmt in diesem Vergleich eine besondere Rolle ein: Die
Seilbahnen stehen für höchste technische Präzision, kontinuierliche
Innovation und ein Niveau, das weltweit seinesgleichen sucht“, so
Meissnitzer. „Egal ob Trainingsalltag oder Wettkampf – auf die
heimischen Anlagen war immer Verlass. Diese Qualität ist kein Zufall,
sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung und konsequenter
Weiterentwicklung“, so Meissnitzer. „Österreich ist im Bereich der
Seilbahnen ein globaler Spitzenstandort. Darauf können wir nicht nur
stolz sein – es ist auch ein starkes Fundament für die Zukunft des
Wintersports und des alpinen Tourismus.“ (PWK180/DFS)

Pressefoto v.l.n.r.: Seilbahnen-Obmann Franz Hörl, die
erfolgreiche Ex-Skirennläuferin Alexandra Meissnitzer und
Fachverbands-Geschäftsführer Erik Wolf vor der Jubiläumsgondel

Credit: WKÖ