Wien (OTS) – „Für alle Schülerinnen und Schüler muss die Schule ein
sicherer Ort
sein, an dem sie sich wohlfühlen, gerne hingehen und frei von
Diskriminierung und Anfeindungen ihre Potentiale entfalten können.
Antisemitismus kann insbesondere jüdische Schülerinnen und Schüler
daran hindern und stellt eine Bedrohung für die demokratische
Schulgemeinschaft und die Gesellschaft dar. Daher bieten wir nun
Schulen eine Hilfestellung zur effektiven Reaktion auf antisemitische
Vorfälle. Mit dem neuen Tool sollen vor allem Lehrpersonen und
Schulmanagement bei herausfordernden Situationen unterstützt werden,“
so Bildungsminister Wiederkehr anlässlich der Präsentation der
Handreichung „Antisemitismus in der Schule – Case Management
Strategien und Empfehlungen für Schulmanagement und Lehrpersonen“.
Die Prävention von Antisemitismus durch Bildung ist für jede
Lehrperson eine Herausforderung, aus diesem Grund unterstützt das
Bildungsministerium Schulen bereits mit der Förderung von innovativen
Lernmaterialien, von Aus- und Fortbildungen oder mit
Beratungsangeboten. Nun stärkt das Bildungsministerium Schulen auch
bei der Reaktion auf antisemitische Vorfälle, ganz konkret einer
praxisnahen Handreichung.
In der von der EU-Kommission finanzierten „NOA-Evaluation“, die
die österreichischen Maßnahmen im Bereich der Bekämpfung von
Antisemitismus evaluiert, erhielt das Bildungsministerium mit 94% von
100% ein positives Ergebnis. Für den Teilbereich „Reaktion auf
Vorfälle“ jedoch nur 75%. Vor diesem Hintergrund und dem
signifikanten Anstieg Antisemitischer Vorfälle seit 2023, startete
das BMB das KIRAS-Forschungsprojekt „Antisemitismus in der Schule –
Perspektiven von Betroffenen und Case Management Strategien“. Als
Ergebnis liegen nun konkrete Handlungsempfehlungen für Schulen vor.
Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen
Religionsgesellschaft, zur Präsentation der Handreichung: „LIKRAT
leistet seit Jahren unschätzbar wichtige Aufklärungsarbeit bei
Kindern und Jugendlichen. Dieser Austausch auf Augenhöhe ist ein
Zugang, der wie kein anderer Verständnis schafft und hilft,
Vorurteile abzubauen. Aber es muss viel mehr geschehen. Die
Handlungsempfehlungen flankieren diese Bemühungen, um das Ziel,
Schulen zu einem sicheren Ort für alle Schülerinnen und Schüler zu
machen, zu erreichen.“
„Antisemitismus ist ein reales und gefährliches Problem: Wenn wir
heute effektiv in der Schule ansetzen, stärken wir unsere gemeinsame
Demokratie – auch für morgen. Die vorliegende Handreichung ist das
Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen
zivilgesellschaftlichen sowie wissenschaftlichen Organisationen, dem
Bundesministerium, Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und
Schülern und eine weitere wichtige Maßnahme, Antisemitismus auch in
schwierigen Zeiten nachhaltig zu bekämpfen,“ so Beatrice Kricheli,
Jugendkommission Vorsitzende der IKG.
„Antisemitismus hat weder an unseren Schulen noch sonst irgendwo
in Österreich Platz! Deshalb engagiert sich das BMB stark im Rahmen
der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus. Die neue Handreichung
zum Umgang bei antisemitischen Vorfällen ist ein wichtiger Baustein
unseres Handelns gegen Antisemitismus,“ so Bildungsminister
Wiederkehr zum deutlichen Engagement der Bundesregierung gegen
Antisemitismus und für jüdisches Leben in Österreich.
Das Forschungsprojekt „Antisemitismus in der Schule –
Perspektiven von Betroffenen und Case Management Strategien“ wurde
aus Mitteln des österreichischen Sicherheitsforschungsprogramms KIRAS
des Bundeministeriums für Finanzen (BMF) gefördert, durch die
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) betreut und
als Kooperation vom Institut für Konfliktforschung (IKF,
Projektleitung), dem Dialog-Programm LIKRAT der Israelitischen
Kultusgemeinde Wien (IKG), dem Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes (DÖW), dem OeAD-Programm ERINNERN:AT
und ZARA–Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit im Auftrag des
Bundesministeriums für Bildung (BMB) durchgeführt. In der ersten
Phase des Projektes wurden die Erfahrungen mit Antisemitismus von
jüdischen Schülerinnen und Schüler erforscht, in der zweiten Phase
wurde auf Basis empirischer Daten eine Handreichung für Schulen zum
Umgang mit antisemitischen Vorfällen entwickelt. Die Handreichung
wurde am 11. November im Haus der Geschichte Österreich vorgestellt.



