E-Mobilität: Umfrage unterstreicht die Forderung des Autohandels nach nötigen Anreizen für den Umstieg

Wien (OTS) – Mit der Budget-Rede des Finanzministers am 10. Juni
beginnen die
Verhandlungen zum Doppel-Budget für die Jahre 2027 und 2028. Am 11.
Juli schließlich, so der aktuelle Plan der Regierung, soll der
Beschluss folgen. Es ist zweifellos eines der tiefgreifendsten
Budgets seit langem. Bei dieser Fülle an Maßnahmen besteht aber
naturgemäß die Gefahr, dass sich Fehlentscheidungen einschleichen –
mit wenig positivem Effekt für die Finanzen bei gravierenden Folgen
an anderer Stelle. „Die geplante Einführung eines Sachbezugs für E-
Firmenfahrzeuge ist ein solcher Fehler“, warnt KommR Prof. Burkhard
Ernst, stv. Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), „weil er eine Abkehr von der
dringend geforderten und politisch gewünschten Mobilitätswende
darstellt.“

Die Wirtschaft ist der wichtigste Treiber dieser Ökologisierung,
weil sie über die letzten Jahre alternative Antriebe wie Hybrid und
Elektro ganz massiv forciert hat. Die Einführung eines Sachbezugs
könnte E-Autos für die Nutzer:innen um bis zu mehrere hundert Euro im
Monat verteuern und damit „die Bereitschaft zum Umstieg ersticken“,
so Obmann-Stv. Burkhard Ernst.

Diese Ansicht des Fahrzeughandels teilen nicht nur viele andere
Branchen, die teils umfassende Flotten an E-Autos aufgebaut haben,
sondern auch weite Teilen der Bevölkerung, wie eine aktuelle Umfrage
des Marktforschungsinstituts Marketagent zeigt. Darin sieht eine
klare Mehrheit von 56,1 Prozent E-Autos als Teil der Lösung zur
Erreichung der nationalen und globalen Klimaziele. 41,5 Prozent sind
der festen Überzeugung, dass es Anreize und Förderungen braucht, um
mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen, und jede:r Dritte (32,2 Prozent
) sieht die Regierung in der Pflicht, entsprechende Steuervorteile zu
schaffen. Dass der Hebel groß ist, zeigt der Blick in die
Zulassungsstatistik: Sechs von zehn neu zugelassenen Pkw verfügen
mittlerweile über einen Hybrid- oder Elektroantrieb, und 66 Prozent
aller neu zugelassenen Fahrzeuge wurden zuletzt auf Unternehmen
angemeldet. Sie sind also die wahren Treiber dieser politisch und
gesellschaftlich gewünschten Entwicklung. Vorerst noch.

Drei Viertel der Bevölkerung finden Beschneidung der Vorteile für
E-Autos nicht richtig

„Es wäre einfach ökologisch und ökonomisch der völlig falsche
Weg, nun einen Sachbezug einzuführen“ betont Obmann-Stv. Ernst und
richtet einen eindringlichen Appell an die Politik: „Nun sind die
Parlamentarier und Experten am Zug. Sie werden hoffentlich auch die
Gefahr für die Erreichung der Klimaziele erkennen und die Regierung
zum Umdenken bewegen.“ Zumal dies auch die Bevölkerung so sieht: Nur
25,9 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die „Beschneidung
der Vorteile für E-Autos der richtige Weg ist“, drei Viertel der
Befragten stimmen dem nicht zu.

Die Antriebsoffenheit, die jedem Nutzer und jeder Nutzerin die
Wahlfreiheit lässt, ist ein Credo der Branche, und auch eine klare
Mehrheit der Befragten befürwortet diese. Aber, so Obmann-Stv. Ernst:
„Der Umstieg muss stattfinden, das hat die Politik klar ausgerufen.
Dafür braucht es dann aber auch vertretbare Kosten und gewisse
Anreize. Der Sachbezug wäre ein fast vernachlässigbarer Baustein in
einem Budgetplan für zwei Jahre, er würde aber zur nachhaltigen
Katastrophe für unsere Mobilitäts- und Klimapolitik.“ (PWK276/DFS)