Bundesrat befürwortet Dienstrechtsnovelle zur Entlastung der Pflichtschulen durch „mittleres Management“

Wien (PK) – Grünes Licht gab heute der Bundesrat für eine
Dienstrechtsnovelle zur
Einführung eines mittleren Managements an allgemeinbildenden
Pflichtschulen zur Entlastung der Schuldirektorinnen und
Schuldirektoren. Jährlich sollen dafür rund 20 Mio. Ꞓ zusätzlich
bereitgestellt werden.

Schule sei immer nur so gut, wie sie geleitet werde, sagte
Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Daher sollen Schulleitungen im
Pflichtschulbereich bei der Aufgabe des Führens der Schule
unterstützt werden – insbesondere bei pädagogischen Fragestellungen
wie beispielsweise bei der Schulentwicklung. Ziel sei der Einsatz
eines Führungsteams, nicht die Etablierung einer zusätzlichen
formalen hierarchischen Ebene. Auch wenn diese Novelle keine
„revolutionäre Reform“ sei, so sei sie eine „wichtige Evolution“ zur
Verbesserung der Unterrichts- und Schulqualität, betonte der
Bildungsminister.

Keine Zustimmung von der FPÖ, Grüne vermissen „großen Wurf“

Keine Zustimmung gab es von der FPÖ. Lehrerinnen und Lehrer
würden zu „Teilzeit-Managern“ gemacht, während die Schülerinnen und
Schüler eigentlich Vollzeitunterricht brauchen, kritisierte Sandra
Jäckel (FPÖ/V). Sie lehne das Gesetz entschieden ab, da „mehr
Verwaltung keinen Unterricht ersetze“. Seit Jahren würden die Schulen
„in einer tiefen Krise stecken“, sagte sie und sah darin „das
Ergebnis einer ungebremsten Massenzuwanderung in unser
Bildungssystem“.

Diese Dienstrechtsnovelle bringe eine „absolute Verbesserung der
Arbeitsbedingungen und Qualität an Schulen“, sagte Günther Ruprecht (
ÖVP/St). Denn Direktorinnen und Direktoren würden damit durch
zusätzliche Ressourcen entlastet. Kritisch sei aus seiner Sicht, dass
kleine Schulen in ländlichen Regionen von diesem System nicht
profitieren würden. Er bat Bundesminister Christoph Wiederkehr darum,
diesbezüglich „nachzuschärfen“.

Mit der Einführung eines mittleren Managements an
allgemeinbildenden Pflichtschulen werde nicht etwas völlig Neues
geschaffen, doch die Arbeit, die auch jetzt schon gemacht wurde „fair
organisiert“, sagte Amelie Muthsam (SPÖ/N). Der Schulalltag werde
dadurch an vielen Stellen ein Stück weit besser gemacht.

Es handle sich nun um ein „kleines Novellchen“ und eine
Weiterentwicklung „in einem sehr überschaubaren Maß“, sagte Simone
Jagl (Grüne/N). Aus ihrer Sicht „wäre schon noch mehr möglich“
gewesen. Sie richtete an Bildungsminister Christoph Wiederkehr die
Frage, wo denn „die großen Würfe“ bleiben würden.

Julia Deutsch (NEOS/W) betonte, dass die Anforderungen an Schulen
in den letzten Jahren immer mehr gestiegen, die Strukturen vieler
Pflichtschulen jedoch bisher gleich geblieben seien. Mit der
Einführung eines mittleren Managements werde nun erstmals
strukturierte Unterstützung innerhalb der Schule selbst ermöglicht. (
Schluss Bundesrat) bea

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