Wien (OTS) – Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler
besuchte
gemeinsam mit Andreas Kranebitter, Wissenschaftlicher Leiter des
Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW), den
künftigen Standort des DÖW am Otto-Wagner-Areal. Im Mittelpunkt des
Besuchs standen die aktuelle Ausstellung „Partizan*ke Art. Die Kunst
des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten“ im Pavillon V
sowie die weitere Entwicklung des Areals zu einem Ort, an dem
Wissenschaft, Kultur, Kunst und Erinnerungskultur in besonderer Weise
zusammenkommen. Mit seiner geplanten Übersiedlung wird das DÖW seine
Forschungs-, Dokumentations- und Vermittlungsarbeit künftig unter
erweiterten räumlichen Voraussetzungen fortführen und
weiterentwickeln.
Erinnerungsarbeit stärkt unsere Demokratie
„Erinnerungsarbeit ist keine rückwärtsgewandte Beschäftigung mit
Geschichte, sondern eine Voraussetzung für eine demokratische
Zukunft. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
leistet seit Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit gegen das Vergessen
und stärkt das demokratische Bewusstsein in unserer Gesellschaft. Mit
dem neuen Standort am Otto-Wagner-Areal schaffen wir beste
Voraussetzungen, damit diese Arbeit noch sichtbarer wird und noch
mehr Menschen erreicht“, betont Kultur- und Wissenschaftsstadträtin
Veronica Kaup-Hasler.
Auch Andreas Kranebitter, Wissenschaftlicher Leiter des
Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, sieht im
neuen Standort einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des
DÖW: „Das Otto-Wagner-Areal hat – als größter baulich noch erhaltener
Tatort nationalsozialistischer Massenverbrechen in Wien – einegroße
historische Bedeutung, mit der wir verantwortungsvoll umgehen müssen.
Das zeigen wir schon jetzt mit unserer Ausstellung, Geländerundgängen
und unseren Veranstaltungen am OWA. Der Umzug des Instituts bietet
uns die Chance, Erinnerung, Forschung und Bildungsarbeit noch stärker
für alle Interessierte zu öffnen.“
Otto-Wagner-Areal entwickelt sich zu einem einzigartigen
Zukunftsstandort
Das Otto-Wagner-Areal zählt zu den bedeutendsten Jugendstil-
Ensembles Wiens. Mit der behutsamen Entwicklung des Areals entsteht
Schritt für Schritt ein offener Campus für Wissenschaft, Kultur,
Kunst und Bildung. Gleichzeitig bleibt das Otto-Wagner-Areal ein
zentraler Erinnerungsort: Die Auseinandersetzung mit den
nationalsozialistischen Medizinverbrechen und die Verantwortung,
diese Geschichte sichtbar zu halten, sind ein wesentlicher
Bestandteil seiner zukünftigen Entwicklung.
Mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
erhält das Areal eine international anerkannte Forschungs- und
Dokumentationseinrichtung. Gleichzeitig entstehen hier unter anderem
das Atelierhaus Wien mit neuen Ateliers und Werkstätten für Künstler*
innen, der neue Campus der MUK – Musik und Kunst Privatuniversität
der Stadt Wien – sowie weitere Einrichtungen aus den Bereichen
Wissenschaft und Kultur. Gemeinsam machen sie das Otto-Wagner-Areal
zu einem Ort des Forschens, Lernens, Arbeitens und des
gesellschaftlichen Austauschs.
Geschichte vermitteln, Zukunft gestalten
Beim Rundgang durch die Ausstellung „Partizan*ke Art. Die Kunst
des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten“ tauschten sich
Kaup-Hasler und Kranebitter über die künftige Entwicklung des
Standorts sowie über neue Möglichkeiten der historisch-politischen
Bildungsarbeit aus. Die Ausstellung widmet sich der Kunst von
Partisaninnen aus Jugoslawien und Kärnten/Koroška und macht ein lange
verdrängtes Kapitel des antifaschistischen Widerstands in Europa
sichtbar. Sie zeigt, wie eng künstlerisches Schaffen, politischer
Widerstand und demokratische Erinnerungskultur miteinander verbunden
sind.
Mit dem neuen Standort am Otto-Wagner-Areal erhält das
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes den Raum,
seine seit Jahrzehnten geleistete Forschungs-, Dokumentations- und
Vermittlungsarbeit weiter auszubauen. So entstehen zusätzliche
Möglichkeiten, historische Forschung, Bildungsarbeit und öffentliche
Erinnerungskultur noch enger miteinander zu verbinden und für ein
breites Publikum zugänglich zu machen.

