Österreich startet Initiative „Digital Health Austria“

Wien (OTS) – Im Rahmen des Austrian Life Sciences Day im Palais
Niederösterreich
wurde heute die neue Initiative „Digital Health Austria –
Innovationen für das Gesundheitssystem von morgen“ vorgestellt. Die
Initiative wird im Rahmen der Industriestrategie der Bundesregierung
mit Schwerpunkt auf Schlüsseltechnologien, insbesondere im Bereich
Life Sciences, sowie ihrer innovations- und forschungspolitischen
Zielsetzungen umgesetzt. Gemeinsam wollen die Österreichische
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), die Austria
Wirtschaftsservice (aws) und die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG)
digitale Gesundheitsinnovationen schneller in die Anwendung bringen.

Ziel ist es, digitale Lösungen mit konkretem Nutzen für
Patient:innen, Gesundheitsversorgung und Gesellschaft zu fördern und
reale Herausforderungen im Gesundheitssystem zu adressieren – etwa
demografischer Wandel, steigende Anforderungen an die Versorgung,
regionale Versorgungslücken oder die bessere Nutzung von
Gesundheitsdaten.

Digital Health Austria verbindet Forschungsförderung mit
interorganisationalem Lernen. Durch frühzeitige Einbindung von
gesellschaftlichen Akteur:innen und Begleitmaßnahmen für
Antragsteller:innen und Fördernehmer:innen, schaffen FFG, aws und LBG
erstmals ein kollaboratives Förderökosystem. Die Initiative verbindet
technologische Innovation mit Verwertungsperspektiven und
gesellschaftlicher Wirkung und setzt neue Impulse für die
österreichische FTI-Landschaft.

Die FFG verantwortet dabei die Forschungs- und
Innovationsförderung, die aws bringt ihre Expertise zu Verwertung,
Skalierung und Innovationsschutz ein. Die LBG unterstützt
insbesondere Co-Creation zwischen neuen Akteurskonstellationen, Open
Innovation und gesellschaftlicher Wirkung.

Finanziert wird die Initiative aus Mitteln des Fonds Zukunft
Österreich (FZÖ). Insgesamt stehen 13 Millionen Euro für
Förderformate der FFG sowie für Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen
durch aws und LBG zur Verfügung. Die Begleitmaßnahmen sind ein
zentraler Bestandteil des neuen Förderansatzes: Sie sollen
sicherstellen, dass vielversprechende Forschungs- und
Innovationsprojekte nicht isoliert entwickelt werden, sondern
frühzeitig mit Verwertungsfragen, gesellschaftlichen Bedarfen,
relevanten Partner:innen und konkreten Anwendungsperspektiven
verbunden werden.

„Die Zukunft der Gesundheitsversorgung entscheidet sich zunehmend
daran, wie gut wir digitale Innovationen in die reale Versorgung
bringen. Mit Digital Health Austria setzen wir einen wichtigen Impuls
im Rahmen der Industriestrategie der Bundesregierung sowie ihrer
innovations- und forschungspolitischen Zielsetzungen. Wir schaffen
die Voraussetzungen dafür, dass aus Forschung wirksame Lösungen für
Menschen und das Gesundheitssystem werden. Dabei geht es nicht um
isolierte Technologieentwicklungen, sondern um Projekte mit echter
Systemwirkung“, sagen Henrietta Egerth und Karin Tausz ,
Geschäftsführerinnen der FFG.

„Mit Digital Health Austria schaffen wir die Brücke zwischen
Innovation und Anwendung. Unser Anspruch als aws ist es,
vielversprechende digitale Gesundheitslösungen nicht nur finanziell
zu fördern, sondern sie auch immateriell, z.B. mit IP-Beratung, in
die Umsetzung zu begleiten. Gerade im Gesundheitsbereich braucht es
gezielte Unterstützung bei Verwertung, Skalierung und Schutz von
Innovationen, damit aus Ideen nachhaltiger Nutzen für die
Gesellschaft entsteht“, so die aws Geschäftsführer Gerfried Brunner
und Bernhard Sagmeister .

Elvira Welzig und Marisa Radatz , Geschäftsführerinnen der Ludwig
Boltzmann Gesellschaft: „Echte Innovation entsteht in der
Zusammenarbeit von Menschen, die es betrifft, und denen, die es
verstehen. Indem wir Expert:innen und Betroffene als
gleichberechtigte Partner:innen in der Ideenfindung einbeziehen,
entwickeln wir gemeinsam Lösungen für die Zukunft unseres
Gesundheitssystems. Das schafft nicht nur handhabbare Innovationen,
es verankert neue Formen der Zusammenarbeit nachhaltig in unserem
Forschungsökosystem.“

Zwtl.: Erste Ausschreibung für Leitprojekte gestartet

Mit dem Kick-off der Initiative startet zugleich die erste
Ausschreibung für großvolumige Leitprojekte „Flagship Projects“ im
Bereich Digital Health. Gefördert werden inter- und transdisziplinäre
Vorhaben, die digitale Innovationen mit konkreten Herausforderungen
im Gesundheitssystem verbinden und Lösungen für die praktische
Anwendung entwickeln. Schwerpunkte sind unter anderem:

– KI- und datenbasierte Anwendungen,

– Interoperabilität und Gesundheitsdaten,

– Lösungen für strukturschwache Regionen,

– Gender Health und Diversität,

– sowie praxisnahe Umsetzung und Skalierung.

Für die Digital Health Austria Leitprojekte stehen 7,5 Millionen
Euro zur Verfügung. Geplant ist die Förderung von bis zu drei
Leitprojekten mit einem Fördervolumen von jeweils zwei bis drei
Millionen Euro und einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten. Als
Begleitmaßnahme zur Förderung erhalten Projekte
Unterstützungsangebote etwa zu Innovations- und IPR-Beratung,
Regulierung, Umsetzung, Verwertung sowie Open Innovation,
Stakeholdereinbindung und Wirkungsbegleitung.

Ab 2027 ist eine zweite Förderschiene für kooperative F&E-
Projekte (Digital Health Austria Ideas Labs) geplant. Diese Projekte
werden durch sogenannte Ideas-Labs initiiert, in deren Rahmen
potenzielle Konsortien Projektideen gemeinschaftlich in einem
begleiteten Ideation-Prozess weiterentwickeln und neue
Partnerschaften aufbauen. Die Teilnahme an den Idea Labs ist
Voraussetzung für eine spätere Antragstellung im jeweiligen
Förderformat.

Digital Health Austria

Digital Health Austria ist eine gemeinsame Initiative von FFG,
aws und LBG zur Förderung digitaler Innovationen für das
Gesundheitssystem von morgen im Auftrag der österreichischen
Bundesregierung.