Die LMU erhält weitere Alexander von Humboldt-Professur in der Mathematik

München (OTS) – Im Wettbewerb um den höchstdotierten deutschen
Forschungspreis
erfolgreich: Der von der LMU nominierte Mathematiker Shahar Mendelson
ist mit einer der prestigeträchtigen Professuren ausgezeichnet
worden.

Wie viele Trainingsdaten braucht eine Künstliche Intelligenz (KI)
, damit sie zu ausreichend sicheren Aussagen kommen kann? Wie lange
muss ein Magnetresonanztomograph (MRT) messen, damit das System
genügend Daten für eine verlässliche Bildgebung hoher Qualität hat?

Das sind keineswegs simple Fragen, auch wenn die Entwicklung
solcher Systeme starke Fortschritte macht. Doch was das theoretische
Fundament solcher datenwissenschaftlichen Themen angeht, gibt es
zahlreiche entscheidende Aspekte, die bei Weitem noch nicht
vollständig geklärt sind.

Shahar Mendelson ist einer der weltweit führenden Experten für
die Mathematik der Datenwissenschaft und ihre grundlegenden Fragen.
Jetzt ist er nach der Nominierung durch die LMU mit einer
prestigeträchtigen Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet
worden.

„Diese Alexander von Humboldt-Professur – der höchstdotierte
deutsche Wissenschaftspreis – unterstreicht einmal mehr die
Attraktivität der LMU als Ort bahnbrechender Forschung und
internationaler Zusammenarbeit“, sagt LMU-Präsident Matthias Tschöp.
„Wir gewinnen mit Shahar Mendelson einen international herausragenden
Mathematiker für den Wissenschaftsstandort München, denn seine
Forschung steht für wissenschaftliche Exzellenz auf höchstem
internationalem Niveau. Wir freuen uns darauf, ihn in München
willkommen zu heißen!“

„Shahar Mendelson ist einer der profiliertesten Mathematiker
seiner Generation“, erklärt Francesca Biagini, Vizepräsidentin der
LMU für Mathematik, Informatik, Statistik sowie Internationales und
ebenfalls Mathematikerin. „In seinen Forschungen verbindet Mendelson
grundlegende theoretische Fragestellungen mit innovativen
methodischen Ansätzen und eröffnet damit neue Perspektiven für die
internationale Spitzenforschung. Das ergänzt unser Profil in der
Mathematik aufs Beste.“

Mit der Alexander von Humboldt-Professur wollen die gleichnamige
Stiftung und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt weltweit umworbene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
für eine langfristige Forschungstätigkeit nach Deutschland holen. Sie
ist mit bis zu zehn Millionen Euro auf sieben Jahre dotiert.

Durch die Förderung kann die LMU nun die Verhandlungen
abschließen und Mendelson als Professor an das Mathematische Institut
berufen. Mendelson gilt der LMU als „idealer Kandidat“, geradezu als
„Schlüsselfigur“, um die Forschung zu den mathematischen Grundlagen
der Künstlichen Intelligenz (KI), einen zentralen Schwerpunkt der
Universität, weiter auszubauen.

Shahar Mendelson: eine herausragende wissenschaftliche Karriere

Seit über drei Jahrzehnten veröffentlicht Mendelson wegweisende
Arbeiten, die weitreichende Auswirkungen auf das maschinelle Lernen,
die hochdimensionale Statistik und verwandte Aspekte der
Signalverarbeitung haben. Er hat grundlegende Probleme von
maschinellem Lernen und Datenwissenschaft in Fragen der
hochdimensionalen Geometrie übersetzen können. Damit hat er die
Theorie beider Felder befruchtet und dank des von ihm eingeführten
geometrischen Blickwinkels einige der schwierigsten, seit Langem
offenen Probleme der mathematischen Datenwissenschaft gelöst.

Mendelson ist Mitglied der Australischen Akademie der
Wissenschaften und derzeit Lehrstuhlinhaber am Department of
Mathematics der Texas A&M University, USA. Weitere Stationen seiner
wissenschaftlichen Karriere waren Professuren an der Australian
National University, Canberra, am Technion – Israel Institute of
Technology, wo er auch seinen Ph.D. gemacht hatte, an der Sorbonne
Université, Paris, Frankreich, und an der University of Warwick,
Großbritannien.

Mendelson soll die Forschung zu den theoretischen Fragen der KI
an der LMU in der reinen Mathematik verankern. Er soll in den
Fachbereich Mathematik, das Munich Center for Machine Learning (MCML)
und den AI-HUB@LMU sowie in geplante Initiativen wie ein DFG-
Graduiertenkolleg integriert werden.