70.000 Verletzte bei Freizeitunfällen allein im Sommer

Wien (OTS) – Rund 44 Prozent der Unfälle passieren bei sportlichen
Aktivitäten,
wie etwa Wandern oder Mountainbiken. Neben klassischen Unfallgefahren
stellt Hitze einen zunehmenden Einfluss auf das Unfallrisiko dar.

Freizeitunfälle können den lang ersehnten Sommerurlaub schnell
zunichtemachen – mit Folgen, die sowohl individuell als auch
volkswirtschaftlich erheblich sind. Dr. Ralph Müller, Vizepräsident
vom Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO betont: „Ein
Unfall kann das Leben schlagartig verändern, wobei eine private
Unfallversicherung die finanziellen Folgen zumindest teilweise
abfedern kann. Im Vorjahr haben Österreichs private Versicherer in
der Unfallversicherung erstmals mehr als eine Milliarde Euro an
Leistungen an die Kunden ausbezahlt. Der private Sektor leistet damit
einen unverzichtbaren Beitrag bei der Absicherung von
Freizeitrisiken.“

Zwtl.: Teure Unfallbergung

Wer sich bei der Arbeit oder Ausbildung verletzt, ist über die
gesetzliche Unfallversicherung vor den finanziellen Folgen geschützt.
Das gilt allerdings nicht, wenn man in der Freizeit verunfallt. Mag.
Christian Eltner, VVO-Generalsekretär erklärt: „Eine private
Unfallversicherung ergänzt die gesetzliche Sozialversicherung und
erbringt nach Freizeitunfällen auch Leistungen bei Invalidität und im
Ablebensfall.“ Je nach Vertragsgestaltung und Leistungsumfang werden
auch Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport aus dem
Ausland oder Bergungskosten, etwa bei Alpinunfällen, übernommen. Die
gesetzliche Krankenversicherung übernimmt grundsätzlich keine Kosten
für die Hubschrauberrettung. Diese kann mehrere tausend Euro
ausmachen, die Betroffene selbst tragen müssen.

Zwtl.: Fast 70.000 Verletzte bei Freizeitunfällen in den
Sommermonaten

Ob beim gemütlichen Spaziergang, Wandern in den Bergen oder beim
Mountainbiken: Laut der KFV-Unfalldatenbank IDB-Austria verletzten
sich im vergangenen Jahr rund 69.200 Menschen bei Freizeitunfällen in
den Sommermonaten Juni, Juli und August so schwer, dass sie im
Krankenhaus behandelt werden mussten. Mag. Christian Schimanofsky,
Direktor der Präventionsinstitution KFV , betont: „Gerade in den
Sommermonaten sind viele Menschen in ihrer Freizeit entspannter
unterwegs, dadurch werden Unfallrisiken jedoch oft unterschätzt. Doch
Unfälle können nicht nur gesundheitlich, sondern auch organisatorisch
und finanziell rasch zur Belastung werden. Denn im Ausland gelten oft
andere Regelungen und die medizinische Versorgung ist teilweise nicht
mit österreichischen Standards vergleichbar.“ Rund 44 Prozent der
Freizeitunfälle in den Monaten Juni, Juli und August passierten beim
Sport. Die unfallträchtigste Sportart in diesen Monaten ist Fußball –
dabei verletzten sich durchschnittlich 8.700 Menschen. Beim Wandern
bzw. Klettern sind es rund 5.300 Verletzte, beim Tennis/Tischtennis
2.200 und beim Mountainbiken 2.000 Verletzte.

Zwtl.: H itze als zunehmende Unfallgefahr

Zusätzlich zu den klassischen Unfallrisiken rückt ein weiterer
Faktor immer stärker in den Fokus: die Hitze. Die Zahl der Hitzetage
(Tage über 30 Grad) ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen und hohe
Temperaturen belasten den Körper massiv. Die Folge sind schneller
auftretende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und ein dadurch
erhöhtes Unfallrisiko. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie
Personen mit Vorerkrankungen – aber auch sportlich Aktive.

Univ.- Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für
Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus erklärt: „Selbst in den
Bergen kann es trotz kühlerer Luft und ausreichendem Trinken zu
Überhitzung kommen. Die Körperkerntemperatur kann bei intensiver
körperlicher Belastung auf über 41 Grad steigen – ein
lebensgefährlicher Zustand.“ Während andere Länder bereits umfassende
Hitzekonzepte etabliert haben, fehlt es hierzulande bislang
weitgehend an entsprechenden Strategien. „Wir brauchen
Hitzepräventionskonzepte – sowohl für die individuelle Sicherheit als
auch für Veranstaltungen in unseren Breiten“, so Schobersberger .

Zwtl.: Tipps zur Vermeidung von Unfällen in der Freizeit

– Vorsichtsmaßnahmen beim Sport: Gute Vorbereitung, passende
Ausrüstung und realistische Selbsteinschätzung sind entscheidend, um
Unfälle zu vermeiden.

– Warnsignale bei Hitze ernst nehmen: Schwindel, Kopfschmerzen und
Übelkeit können erste Anzeichen einer Überlastung durch Hitze sein.
In solchen Fällen sollte die Aktivität sofort beendet, Schatten
aufgesucht und ausreichend getrunken werden. Verschlechtern sich die
Symptome oder treten Verwirrtheit bzw. Kreislaufprobleme auf, ist
rasche medizinische Hilfe erforderlich.

– Regelungen im Ausland vorab prüfen: In beliebten Urlaubsländern
gelten teils andere Vorschriften und Sicherheitsstandards. So gilt
etwa in Spanien eine Helmpflicht für Radfahrende – unabhängig vom
Alter.

– Ausreichend trinken: Vor und während sportlicher Aktivitäten sollte
auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei der
Sportausübung an heißen Tagen steigt der Flüssigkeitsbedarf deutlich
an.

– Sport möglichst in kühlere Tageszeiten verlegen: Körperliche
Aktivitäten sollten an heißen Tagen bevorzugt in den Morgen- oder
Abendstunden stattfinden. Die intensive Mittagshitze sollte möglichst
vermieden werden.

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