Wien (OTS) – – Bauarbeiten beginnen im Nordabschnitt zwischen Wien
Hütteldorf und
Schrutkagasse
– Teilsperre: S80 ab 04. Juli nur im Abschnitt Wien Aspern – Wien
Hauptbahnhof bzw. ab 07. September bis mindestens Ende 2027 im
Abschnitt Wien Aspern – Wien Meidling unterwegs
– Attraktives Ersatzangebot im 15-Minuten-Takt
Jetzt geht’s endlich los mit der Attraktivierung der Verbindungsbahn.
Die Evaluierungen der letzten Monate nach dem Erkenntnis aus dem
1.300 Tage dauernden Rechtsmittelverfahren sind abgeschlossen. Die
behördliche Genehmigung für die Attraktivierung der Verbindungsbahn
liegt vor. Das Ergebnis: Die Hauptarbeiten starten im September 2026
im Nordabschnitt zwischen Wien Hütteldorf und Schrutkagasse mit der
Hochlage. Herzstück der ersten Bauetappe ist die neue Haltestelle
Wien Hietzinger Hauptstraße. Das gaben ÖBB-Infrastruktur-Vorständin
Judith Engel und Karin Zipperer, Sprecherin der Geschäftsführung der
Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH, in einer heutigen
Pressekonferenz gemeinsam bekannt.
„Wir sind erleichtert und freuen uns, dass wir nun endlich
starten können! Für die Bahnkund:innen bedeutet das, dass der
Viertelstundentakt der S80, zwei neue und eine modernisierte
Haltestelle für mehr als 20.000 tägliche Ein- und Aussteiger:innen
und eine attraktive, optimal verknüpfte West-Ost-Verbindung quer
durch die Stadt Realität werden können. Anrainer.innen profitieren
von Lärmschutz entlang der gesamten Strecke, erhöhter Sicherheit und
Wegfall von Wartezeiten durch die Auflassung von
Eisenbahnkreuzungen,“ betont Engel die Vorteile des Projekts.
Karin Zipperer unterstreicht die Bedeutung der Verbindungsbahn
für die Ostregion und Wien: „Das Verbindungsbahn-Upgrade wird
tausenden Wiener:innen und Pendler:innen jeden Tag spürbare Zeit- und
Komfortgewinne bringen. Es schafft eine leistungsfähige West-Ost-
Achse im öffentlichen Nahverkehr. Für die Fahrgäste ist es ein
entscheidender Schritt zu besseren Direktverbindungen und einem
attraktiveren Angebot im Wiener S-Bahn-Netz“.
Zipperer ergänzt: „Wir haben ein richtungsweisendes Ersatzangebot
mit Bussen entwickelt, mit dem wir bereits heute die zukünftige
Haltestelle ‚Hietzinger Hauptstraße‘ anbinden. Die im Straßenverkehr
fahrenden Busse brauchen für die Strecke zwar länger als die Züge,
die Fahrgäste profitieren aber von einer Verdoppelung der Frequenz.
Damit fahren wir im Ersatzangebot tagsüber bereits den geplanten 15-
Minuten-Takt der S80.“
Vorbereitende Maßnahmen im Laufen
Schon im März wurde aus Rücksicht auf die Vogelbrutzeit Bewuchs
entfernt. Nun werden alle beanspruchten Flächen bis über den Sommer
auf Vorkommen von (streng) geschützten Arten abgesucht, um diese
abzusammeln. Sie werden auf die bereits vorsorglich angelegte Fläche
im Bereich Wolf in der Au gebracht. Diese sogenannte CEF-Fläche (CEF=
Continuous ecological functionality) ist speziell für Reptilien und
Schnecken geeignet. Somit sichern wir den Fortbestand der
vorkommenden Lebewesen. Ebenfalls bereits gestartet wurden
umfangreiche Beweissicherungsmaßnahmen. Bei Haushalten, die Anspruch
auf passiven Lärmschutz, sogenannte Fensterförderung, haben, erfolgt
in diesen Wochen die Kontaktaufnahme durch die beauftragten
Ingenieurbüros.
Der Nordabschnitt im Detail
Herzstück des Abschnitts Nord von Wien Hütteldorf bis etwa Höhe
Schrutkagasse ist die Neuerrichtung der Haltestelle Wien Hietzinger
Hauptstraße. Diese wird mit Ende 2029 in Betrieb gehen. Die Trasse
befindet sich hier künftig in Hochlage, welche sich über ca. 800
Meter von den Wientalbrücken bis etwa zur Beckgasse erstreckt. Durch
die Hochlage ist es möglich, die Eisenbahnkreuzungen Auhofstraße und
Hietzinger Hauptstraße aufzulassen. Es entstehen dadurch permanent
offene, barrierefreie Querungen durch Straßenunterführungen. Die Geh-
und Radwegunterführung in der Beckgasse wird vergrößert. Durch die
Attraktivierung wird der Bezirk neu verbunden und „zum Durchatmen“
geöffnet – die Barriere der Bahngleise verschwindet. Der sogenannte
Hütteldorfer Ast, wo die Verbindungsbahn von der Weststrecke
abzweigt, wird zweigleisig errichtet und die Eisenbahnbrücken
Kefergasse, Guldengasse, Hackinger Straße und Zehetnergasse werden
erneuert, wobei bei allen Objekten die Durchfahrt vergrößert wird.
Services für Anrainer:innen
Anrainer:innen halten wir über Postwurf von Anrainer:innen-
Informationen während der gesamten Baudauer am Laufenden. Mit den
betroffenen Bezirksvorstehungen steht die Projektleitung laufend im
Austausch. In jeder Anrainer:innen-Information findet sich der
Kontakt zur eingerichteten Ombudsstelle (+43 664 617 67 93), welche
für Anliegen der Bürger:innen und Bürger telefonisch da ist.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Projektnewsletter über
die Website infrastruktur.oebb.at/verbindungsbahn zu abonnieren.
Planausstellungen im 13. und 14. Bezirk
Mitte September läuft im 13. Bezirk eine mehrtägige Planausstellung,
welche Ende September in den 14. Bezirk weiterwandert. Die
Einladungen dazu erhalten betroffene Haushalte per Postwurf. Die
Veranstaltungen werden vom Projektteam begleitet. Interessierte haben
die Möglichkeit im direkten Austausch mit den Projektverantwortlichen
ihre Fragen zu stellen.
Infobox: Ausstellung runderneuert
Ab Mitte September öffnet die neu gestaltete und erweiterte Infobox
in der Speisinger Straße 3. Sie wird während der gesamten
Projektlaufzeit als umfassende Informationsquelle rund um die
Attraktivierung der Verbindungsbahn zur Verfügung stehen und alle
Infos zu Bauumfang, Bauablauf und Auswirkungen auf das Umfeld
beinhalten.
Fahrplanänderung erforderlich: Teil-Ausfall S80
Durch das enorm lange Behördenverfahren und die Wechselwirkung mit
anderen laufenden und geplanten Projekten ist es erforderlich, die
S80 ab 04. Juli bis 06. September nur im Abschnitt Wien Aspern – Wien
Hauptbahnhof bzw. ab 07. September bis mindestens Ende 2027 im
Abschnitt Wien Aspern – Wien Meidling zu führen. Ab Schulbeginn wird
die S80 via Wien Meidling nach Süden als S3 bis Mödling
weitergeführt.
Attraktives Ersatzangebot
Die ÖBB richten ein umfangreiches Ersatzangebot mit Bussen mit
Haltestellen in Wien Meidling, Wien Speising, Wien Hietzinger
Hauptstraße und Wien Hütteldorf ein. Mit den Sommerferien 2026
starten die Ersatzbusse im Halbstundentakt zwischen Wien Hütteldorf
und Wien Meidling. Ab 07. September 2026 und bis Ende 2027 erfolgt
eine Verdichtung des Schienenersatzverkehrs von Montag bis Freitag (
wenn Werktag) auf einen 15-Minuten-Takt an Werktagen zwischen 05:30
Uhr und 20:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeit, an Wochenenden und
feiertags wird die Strecke im 30 Minuten-Takt bedient. Die Busse
fahren länger, dafür aber öfter als bisher die S80.
Eingleisiger Betrieb durch Bauarbeiten
Während der Bautätigkeiten kann nur ein Gleis im Baubereich in
Betrieb bleiben, wodurch sich die Kapazität der Verbindungsbahn stark
reduziert. Diese ist jedoch eine für die Zugwartung bei
gleichzeitiger Sperre der Schnellbahn Stammstrecke enorm wichtige
Strecke. Zunächst ist sie Ausweichstrecke für den Lainzer Tunnel. Und
sie muss viele Fahrten zu den Werkstätten am Westbahnhof aufnehmen.
So müssen durch die S-Bahn Sperre, mit der sich das Bauvorhaben
leider überschneidet, Zuggarnituren, die südlich von Wien im Einsatz
sind und bei Normalbetrieb in Wien Floridsdorf gewartet würden, jetzt
am Westbahnhof serviciert werden. Dabei geht es zB um die Reinigung
und Reperatur von Zügen. Um die notwendigen Trassenkapazitäten für
diese Betriebsfahrten zur Verfügung stellen zu können, ist es
notwendig, die S80 in diesem Bereich einzustellen.
Das Projekt im Detail
Die neue Haltestelle Wien Hietzinger Hauptstraße wird für einen
durchgehenden, schrankenlosen Verkehr in der Hietzinger Hauptstraße
und der Auhofstraße in Hochlage errichtet. Im Bereich der Sichtachsen
wird auf eine durchlässige Gestaltung mit Lärmschutzwänden aus Glas
geachtet.
Die Haltestelle Wien Speising wird modernisiert und Richtung
Osten verlegt, um den barrierefreien Einstieg in die Züge zu
ermöglichen, welcher in der derzeitigen Lage der Station in einem
engen Gleisbogen nicht möglich ist. Sie wird über barrierefreie
Zugänge vom neu gestalteten Dreiecksplatz sowie von der Speisinger
Straße und einen weiteren Zugang von der Hofwiesengasse verfügen.
Die Haltestelle Stranzenbergbrücke wird unterhalb der
namensgebenden Brücke liegen. Sie ist über zwei barrierefreie Zugänge
von der Brücke sowie über einen weiteren Zugang von einem neu zu
errichtenden, barrierefreien Steg für Fußgänger:innen und
Radfahrer:innen zwischen Klimtgasse und Kernstraße zu erreichen.
Permanent offene und barrierefreie Querungsmöglichkeiten ohne
Warten vor geschlossenen Schranken werden geschaffen. In der
Auhofstraße und der Hietzinger Hauptstraße wird erstmals ein
durchgängiger, schrankenloser Verkehr möglich. Zusätzlich wird in der
Versorgungsheimstraße (via Jagdschloßgasse) als Ersatz für die
wegfallenden Eisenbahnkreuzungen in der Veitingergasse,
Versorgungsheimstraße und in der Jagdschloßgasse eine Unterführung
für den motorisierten Individualverkehr errichtet.
Auch in der Veitingergasse und der Jagdschlossgasse entstehen für
Fußgänger:innen barrierefreie Unterführungen mit fahrradtauglichen
Liften. Der Hildegard-Teuschl-Weg, der die beiden Gassen verbindet,
wird verbreitert und barrierefrei ausgebaut Die Unterführung in der
Hofwiesengasse wird vergrößert.
Im 14. Bezirk werden die Durchfahrten der Zehetnergasse,
Guldengasse und Hackinger Straße verbreitert und bieten somit mehr
Komfort und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer:innen. Entlang der
Strecke entsteht erstmals ein umfassender und moderner Lärmschutz,
der jeden vorbeifahrenden Zug für die Anrainer:innen leiser macht.
Der Viertelstunden-Takt der S80 ist erst nach Abschluss der
gesamten Arbeiten zur Attraktivierung der Verbindungsbahn möglich.
Dies wird aufgrund der Verzögerung durch das Behördenverfahren
voraussichtlich erst 2036 sein.
Infografiken zur Verbindungsbahn und zum Ersatzangebot finden Sie
unter: http://www.oebb.at/s80

