Wien (OTS) – „Wenn Betriebe jetzt jammern, ihnen gehe das Geld für
die Ausbildung
aus, dann greift das zu kurz. Fakt ist: Viel zu viele Unternehmen
bilden gar nicht aus – und drücken sich vor ihrer Verantwortung“,
sagt ÖGJ-Vorsitzende Jennifer Huemer auf aktuelle Berichte über die
Lage von Lehrbetrieben.
Der Fachkräftemangel verschärft sich seit Jahren. Gleichzeitig
sinkt die Zahl der Lehrlinge. „Das ist kein Zufall, sondern das
Ergebnis eines Systems, in dem sich viele Betriebe aus der Ausbildung
verabschiedet haben. Die, die ausbilden, tragen die Last – und das
ist schlicht unfair“, so Huemer.
Die Österreichische Gewerkschaftsjugend fordert seit Langem eine
klare Lösung: die Fachkräftemilliarde. „Alle Betriebe sollen einen
Beitrag leisten – nicht nur jene, die ausbilden. Wer nicht ausbildet,
zahlt ein. Wer ausbildet, wird gezielt unterstützt“, erklärt Huemer.
Damit würden Betriebe, die Verantwortung übernehmen, finanziell
entlastet – und gleichzeitig ein starker Anreiz geschaffen, selbst
Lehrlinge auszubilden. „Es kann nicht sein, dass sich manche aus der
Verantwortung stehlen und andere die Rechnung zahlen oder die
Ausbildung einfach auf überbetriebliche Ausbildungsstätten (ÜBAs)
abschieben. ÜBAs sind wichtig als Sicherheitsnetz für Jugendliche –
aber sie dürfen kein genereller Ersatz für betriebliche Ausbildung
sein. Wer morgen Fachkräfte will, muss heute selbst ausbilden“, so
die Gewerkschafterin.
Für Huemer ist klar: „Wer Fachkräfte will, muss sie auch
ausbilden. Die Fachkräftemilliarde sorgt dafür, dass alle ihren
Beitrag leisten – das ist gerecht und sichert die Zukunft der Lehre.“

